SelbstverwalterInnen im Porträt

Herbert Koch

Herbert Koch

Herbert Koch, Jahrgang 1951, war über 30 Jahre lang Personalrat, davon 24 Jahre Vorsitzender des Bezirkspersonalrates bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd in Würzburg. Für ver.di ist er als Vorsitzender der Fachgruppe Bundesverkehrs- und Straßenbauverwaltung und Mitglied im Bezirksvorstand aktiv und als Vertrauensmann im Betrieb nah an den Mitgliedern und ihren Interessen. Seit 1990 ist er in den verschiedensten Funktionen in der sozialen Selbstverwaltung, in der Vertreterversammlung der Knappschaft-Bahn-See, in Widerspruchsausschüssen und im Verwaltungsrat der Schwenninger BKK. Sein Wissen, das sich aus jahrelanger Arbeit im Schifffahrtsamt gepaart mit dem gewerkschaftlichen Haupt- und Ehrenamt über die Jahre angehäuft hat, kommt den Versicherten zugute.

Denn, das ist Herbert Koch wichtig, soziale Selbstverwaltung ist Mitgestaltung. Sie  braucht Engagement, Expertise mit Herz und - ab und an - einen Wink mit dem Sozialgesetzbuch.

Selbstverwaltung was ist das?

Die Selbstverwaltung in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung gehört zu den wichtigsten Säulen unseres Sozialsystems, denn sie sichert den Beitragszahler*innen die Mitsprache bei wichtigen Entscheidungen in den jeweiligen Sozialversicherungsträgern.

Gewerkschafter*innen in der Selbstverwaltung vertreten die Interessen der Versicherten. Was heißt das konkret?

Da ich selbst auch Versicherter bin, kann ich die Probleme meiner Kolleginnen und Kollegen sehr gut nachvollziehen und im Verwaltungsrat dagegenhalten, wenn es um Streichung von Leistungen geht oder Zusatzbeiträge erhoben werden sollen. Ich nehme meine Aufgabe als Selbstverwalter in verschiedenen Ausschüssen wahr, die wie der Verwaltungsrat paritätisch besetzt sind. Dort geht es darum, dass wir als Gewerkschafter*innen ganz konkret die Interessen der Versicherten vertreten, damit sie nicht dem „Sparwahn“ der Politik zum Opfer fallen.

Selbstverwalter_innen im Porträt Herbert Koch  –

ver.di sagt: Gewerkschaftsvertreter*innen in der Selbstverwaltung sind die idealen Versichertenvertreter. Warum?

Weil wir das Solidaritätsprinzip aus unserer Gewerkschaftsarbeit bestens kennen! Wir wissen, dass wir uns im Ernstfall auf unsere Mitglieder verlassen können, wenn es um politische Einflussmaßnahme geht und wir viele Menschen mobilisieren müssen, wenn wir auf die Straße müssen. Es kann nicht jede Reform zulasten der Versicherten gehen, auch die Arbeitgeber und die Politik müssen ihren Beitrag leisten. Dafür setzten wir uns ganz lebensnah in der sozialen Selbstverwaltung ein.

Viele Versicherte sagen uns: Ich weiß gar nicht, was meine Selbstverwalter für mich machen. Wie und wo können sie von Deiner Arbeit erfahren?

Zum einen präsentiert unsere Krankenkasse, die Schwenninger BKK, die Mitglieder der Selbstverwaltung auf ihrer Homepage (http://www.die-schwenninger.de/die-schwenninger/ueber-uns/verwaltungsrat) aber auch in den entsprechenden Zeitschriften, die regelmäßig ausgelegt und verteilt werden, wird uns Platz eingeräumt. Im Übrigen haben die Vertreter*innen der Krankenkasse bei uns einen festen Platz bei den Personalversammlungen.

Auszug aus Cartoon "Viola, die Versichertenälteste" ver.di  –

ver.di hat in den letzten Monaten mehrere Cartoon-Filme zur Selbstverwaltung und zur Sozialwahl gemacht, die auf verdi.tv und auf der Seite arbeitsmarkt-und-sozialpolitik.verdi.de zu finden sind.  Welches Bild in unseren Clips mit Viola, der Versichertenältesten, gefällt Dir am besten?

Mir gefällt im ersten Viola-Film die Wippe; sie stellt die Ausgewogenheit zwischen den Versichertenvertretern und den Arbeitgebern sehr gut dar!  Und dieses Instrument einer paritätischen und ausgewogenen Interessenvertretung sollten wir uns auch in Zukunft nicht aus der Hand nehmen lassen. Der Wink mit dem Sozialgesetzbuch ist auch sehr gut, denn dort – im SGB - sind die gesetzlichen Grundlagen der Arbeit der Selbstverwalter und die unseres Sozialrechts ganz allgemein zu finden.

Du bist in der Selbstverwaltung als Mitglied des Verwaltungsrates der Schwenninger BKK aktiv. Was war in dieser Aufgabe die spannendste Erfahrung?

Bei der Betriebskrankenkasse des Bundesverkehrsministeriums, der BKK BVM, war ich lange Jahre der Sprecher des Haushaltsausschusses, da konnte man konkret sehen, wo die Beiträge der Versicherten hinfließen und - wenn es notwendig wurde - auch mal eine Empfehlung zum Gegensteuern aussprechen. Heute im Verwaltungsrat der Schwenninger (https://www.die-schwenninger.de/die-schwenninger/ueber-uns/verwaltungsrat/ ist die Arbeit eher auf die sozial- und unternehmenspolitische Ausrichtung der BKK fokussiert, auch hier geht es um Weichenstellungen, die Leistungen, Beiträge und den Haushalt betreffend, die wir mitgestalten können.

Seit 2011 veranstaltet ver.di alljährlich im Mai den Tag der Selbstverwaltung. Dein persönliches Motto für den nächsten Tag der Selbstverwaltung?

Dass dies auch in Zukunft so bleibt! Unter dem Motto: Unser Gesundheitswesen aktiv mitgestalten!