SelbstverwalterInnen im Porträt

Uwe Klemens

Uwe Klemens

Uwe Klemens, Jahrgang 1955, ist schon seit seiner Jugend Gewerkschafter. Der gelernte Sozialversicherungsfachangestellte war seit 1979 hauptamtlich bei der HBV, der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen tätig. Zuletzt arbeitete er von 2001 bis 2014 als ver.di-Landesbezirksleiter in Rheinland Pfalz und nach der Fusion in gleicher Funktion bis zum 6.3.2015 im Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland.

Selbstverwalter_innen im Porträt Uwe Klemens  –

Seit mehr als zwanzig Jahren engagiert er sich in der Selbstverwaltung seiner Krankenkasse. Zunächst bei der Barmer, mittlerweile bei Techniker Krankenkasse.
Letztes Jahr wurde er zum stellvertretenden Verbandsvorsitzenden des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek) gewählt.

Sein Engagement in der Selbstverwaltung hängt eng mit seiner beruflichen Laufbahn zusammen, spiegelt aber auch seine Überzeugung wider, dass wir uns Bismarcks “Bestechungsgeschenk” – eine staatliche Sozialgesetzgebung – nicht aus den Händen reißen lassen sollten.

Selbstverwaltung was ist das? Deine Antwort in 140 Zeichen.

Die zentrale Mitwirkungsmöglichkeit der Versicherten und ein Ausdruck dafür, dass das auch unsere Kasse, unser Rentenversicherungsträger ist.

GewerkschafterInnen in der Selbstverwaltung vertreten die Interessen der Versicherten. Was heißt das konkret?

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sind ideale Versichertenvertreter. Sie gestalten die Sozialversicherungen mit, indem sie unsere gewerkschaftlichen sozialpolitischen Positionen in die Selbstverwaltungsarbeit einbringen, und sie bringen umgekehrt Informationen und Diskussionen aus der Arbeit der Selbstverwaltung in die Gewerkschaftsdebatte ein.

ver.di sagt: GewerkschaftsvertreterInnen in der Selbstverwaltung sind die idealen Versichertenvertreter. Warum?

Weil wir durch die gesellschaftspolitische Rolle der Gewerkschaften Kommunikationszugänge zu politischen Entscheidungsstrukturen und Entscheidungsträgern haben.

Viele Versicherte sagen uns: Ich weiß gar nicht, was meine Selbstverwalter für mich machen. Wie und wo können sie von Deiner Arbeit erfahren?

Über die Internetzugänge der Krankenkasse und des Rentenversicherungsträgers, über die Medien und bei mir selbst: http://www.tk.de/tk/verwaltungsrat/organisation/die-mitglieder/142326

ver.di hat einen kleinen Cartoon-Film gemacht, um über die Aufgaben in der Sozialversicherung zu informieren. Welches Bild in unserem Viola-Clip gefällt Dir am besten?

Viola mit den Hanteln und Viola auf dem ver.di-Verwaltungsgebäude in Berlin mit Bismarck-Fernrohr.

Du bist in der Selbstverwaltung der Techniker Krankenkasse und in der Deutschen Rentenversicherung aktiv. Seit wann hast Du diese Aufgabe und was war in dieser Zeit die spannendste Herausforderung?

Ich bin seit September 2014 in der Techniker Krankenkasse im Verwaltungsrat und im Hauptausschuss. Im Gesamtvorstand des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) seit dem 19. Dezember 2014 und wieder neu im Verwaltungsrat des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV/SV) ab März 2015.

In der zweiten Legislaturperiode bin ich alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Rheinland-Pfalz. Die immer wiederkehrende Debatte um den Erhalt unserer DRV-eigenen Kliniken ist die spannendste Herausforderung meiner Selbstverwalterjahre in der Rentenversicherung. Der Privatisierungssturm hat uns bisher nicht umblasen können.

Seit 2011 veranstaltet ver.di alljährlich im Mai den Tag der Selbstverwaltung. Dein persönliches Motto für den Tag der Selbstverwaltung 2016?

Ohne uns geht es nicht!