SelbstverwalterInnen im Porträt

Niklas Wellmann

Niklas Wellmann

Niklas Wellmann, Jahrgang  1978, ist „sozusagen auf dem Bau groß geworden“ und hat als Schüler und Student sein Taschengeld in den Ferien auf der Baustelle aufgebessert. Eine gute Schule, um zu lernen, wie wichtig Gesundheits- und Arbeitsschutz ist. Sie hat sogar seine Entscheidung der Studienwahl beeinflusst! Nach dem Studium der Sozial- und Gesundheitswissenschaften mit dem Abschluss Master of Public Health ist Niklas Wellmann zunächst beim Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie gelandet, seit drei Jahren arbeitet er als Berater für Berufskrankheiten bei der Arbeitnehmerkammer Bremen. Für ver.di ist er in der dortigen Betriebsgruppe engagiert. Seit 2016 ist Wellmann für ver.di auch in der Selbstverwaltung der Verwaltung-Berufsgenossenschaft (VBG), dem größten Träger der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland, tätig. Seine Arbeit im Rentenausschuss, in dem er über die Anerkennungen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten mitentscheidet, ist Niklas Wellmann wichtig, weil er so direkten Einfluss auf faire und transparente Verfahren der Versicherten nehmen kann.

Wie eng Ehrenamt und Beruf bei Niklas Wellmann beieinanderliegen und warum die Arbeit in der sozialen Selbstverwaltung Spaß macht, davon hat er uns im Gespräch erzählt.

Selbstverwaltung was ist das?

Selbstverwaltung bedeutet für mich die direkte Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen. Meine Tätigkeit im Rentenausschuss der VBG macht mir immer wieder deutlich, wie wichtig die paritätische Besetzung, das ausgewogene Verhältnis zwischen Vertreteter*innen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber, in der sozialen Selbstverwaltung ist.

Gewerkschafter*innen in der Selbstverwaltung vertreten die Interessen der Versicherten. Was heißt das konkret?

Durch meine Tätigkeit unterstütze ich die Kolleginnen und Kollegen im Verwaltungsverfahren zum Beispiel bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten. So werden berufliche Perspektiven erhalten und alle Möglichkeiten unseres Sozialversicherungssystems ausgeschöpft.

ver.di sagt: Gewerkschaftsvertreter*innen in der Selbstverwaltung sind die idealen Versichertenvertreter. Warum?

Die gewerkschaftlichen Versichertenvertreter kommen aus der Praxis. Dieses Wissen trägt dazu bei, die Versicherten optimal zu unterstützen. Aber auch das Verständnis für den jeweiligen Menschen, mit seinen ganz speziellen Nöten oder Bedürfnissen, zeichnet die gewerkschaftlich getragene Selbstverwaltung aus!

Selbstverwalter_innen im Porträt Niklas Wellmann  –

Viele Versicherte sagen uns: Ich weiß gar nicht, was meine Selbstverwalter für mich machen. Wie und wo können sie von Deiner Arbeit erfahren?

Allgemeine Informationen über die verschiedenen Organe und Ausschüsse der Selbstverwaltung der VGB findet man komprimiert auf der Homepage der Berufsgenossenschaft http://www.vbg.de/DE/Header/1_Die_VBG/2b_Selbstverwaltung/Selbstverwaltung_node.html. Für konkrete Fragen schreibt man mir am Besten per E-Mail: wellmann@arbeitnehmerkammer.de

ver.di hat einen kleinen Cartoon-Film gemacht, um über die Aufgaben in der Sozialversicherung zu informieren. Welches Bild in unserem Viola-Clip gefällt Dir am besten?

Ich finde es persönlich sehr wichtig, dass das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen in der Selbstverwaltung der Vergangenheit angehört. Das Bild der alten Männer in grauen Anzügen könnte meiner Ansicht nach ruhig durch etwas jüngere und farbenfrohere Menschen aufgelockert werden. Dann gehören die eingangs gezeigten Bilder des alten ausgeklopften Teppichs bestimmt bald der Vergangenheit an. Die Selbstverwaltung ist eben nicht nur durch das etwas trockene Wort „Verwaltung“ geprägt, sondern wird vor allem auch durch seine vielfältigen Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter SELBST definiert.

Du bist im Rentenausschuss der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft aktiv. Was war in dieser Aufgabe die spannendste Erfahrung?

Am spannendsten finde ich die allgemeine Herausforderung Menschen mit ihren sehr individuellen Lebensläufen zu unterstützen. Kein Mensch und kein Lebenslauf sind gleich. Und für viele Menschen kommt irgendwann der Punkt, an dem sie auf Unterstützung durch unser Sozialsystem angewiesen sind. Da dieses System einen sehr großen „Blumenstrauß an Möglichkeiten“ bereithält, ist es notwendig, auf die persönlichen Umstände und Ressourcen jedes Einzelnen einzugehen.

Seit 2011 veranstaltet ver.di alljährlich im Mai den Tag der Selbstverwaltung. Dein persönliches Motto für den Tag der Selbstverwaltung 2016?

„Selbstverwaltung macht Spaß!“