SelbstverwalterInnen im Porträt

    Luise Klemens

    Luise Klemens

    Luise Klemens, Jahrgang 1963 war vor dem Beginn ihrer hauptamtlichen gewerkschaftlichen Tätigkeit mehrere Jahre Schauwerbegestalterin und Betriebsrätin im Kaufhaus Hertie. Seit den 1990er-Jahren war sie für zunächst für die ver.di- Gründungsorganisation HBV in Düsseldorf im Bereich der Jugendpolitik tätig und danach ver.di-Gewerkschaftssekretärin in Rheinland/Pfalz und NRW. Seit 2006 ist Luise Klemens stellvertretende Landesbezirksleiterin und seit 2010 Landesbezirksleiterin in Bayern. Seit den letzten Sozialwahlen ist sie Mitglied im Verwaltungsrat der DAK und in dieser Funktion auch Vertreterin in der Mitgliederversammlung des Verbands der Ersatzkassen (vdek). Ihre Arbeit in den verschiedenen Bereichen der gewerkschaftlichen Arbeit, in der Jugendpolitik, in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, als Personalleiterin und als Landesvorsitzende, verleiht ihr die soziale und fachliche Expertise, die für die Arbeit in der sozialen Selbstverwaltung gebraucht wird.

    Wie Luise Klemens diese Fähigkeiten für uns einsetzt, davon hat sie uns im Gespräch berichtet.

    Selbstverwaltung was ist das?

    Selbstverwaltung ist nichts anderes als die eigenständige Erledigung von öffentlichen Aufgaben durch die Betroffenen. Selbstverwaltung bedeutet für mich, Entscheidungen in der DAK Gesundheit mitzugestalten. Entscheidungen im Sinne unserer Versicherten und Mitglieder, die nicht einfach nur Kunden sind.

    Gewerkschafter*innen in der Selbstverwaltung vertreten die Interessen der Versicherten. Was heißt das konkret?

    Als Gewerkschafter*innen wollen wir, dass es gerecht in unserer Gesellschaft zugeht. Das leitet uns in allen tariflichen und betrieblichen Auseinandersetzungen – und eben auch in Selbstverwaltung. Das betrachten wir als unsere vornehmste Aufgabe.

    Selbstverwalter_innen im Porträt Luise Klemens

    ver.di sagt: Gewerkschaftsvertreter*innen in der Selbstverwaltung sind die idealen Versichertenvertreter. Warum?

    Die Krankenkassen in Deutschland sind Solidargemeinschaften – und wer versteht davon mehr als wir Gewerkschafter*innen? Das Grundprinzip unseres Handelns ist die Solidarität! Gewerkschaften sind die große gesellschaftliche und unabhängige Gestaltungsmacht über alle Parteigrenzen hinweg.

    Viele Versicherte sagen uns: Ich weiß gar nicht, was meine Selbstverwalter für mich machen. Wie und wo können sie von Deiner Arbeit erfahren?

    Grundsätzliches zur Selbstverwaltung findet sich im Internet – nicht zuletzt auf der Homepage des ver.di-Ressorts Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Bei der DAK Gesundheit gibt es ebenfalls eine Internetseite (https://www.dak.de/dak/unternehmen/Selbstverwaltung-1279768.html) zur Selbstverwaltung, von der aus die aktuellen Termine, die Listenträger und Informationen zur Sozialwahl einsehbar sind. Auch im Mitgliedermagazin der DAK wird regelmäßig über die Arbeit der Selbstverwalter*innen berichtet. Viele Versicherte suchen aber auch den persönlichen Kontakt, wenn sie Fragen haben oder Unterstützung benötigen.

    ver.di hat zwei kleine Cartoon-Filme gemacht, um über die Aufgaben in der sozialen Selbstverwaltung zu informieren, und um auf die anstehende Sozialwahl 2017, die Wahl der Selbstverwaltungsorgane bei den gesetzlichen Sozialversicherungsträgern, hinzuweisen. Beide Viola-Filme sind unter www.verdi-waehlen.de zu finden. Gefällt dir eine Szene besonders? 

    Auszug aus VideoClip Viola II ver.di

    Eigentlich gefallen mir alle Filme sehr gut, weil sie kurz, aber klar den Ursprung und die wichtigen Aufgaben der Selbstverwaltung beschreiben und hoffentlich möglichst viele Versicherte motivieren, sich an den Sozialwahlen zu beteiligen. Besonders lustig ist im zweiten Film die Szene an den Briefkästen: Viola trifft zwei ihrer Nachbarn im Hausflur, Paul hat keinen Wahlbriefumschlag erhalten, Gerlinde gleich zwei. Da fragt sie sich besorgt, ob sie aus Versehen doppelte Beiträge gezahlt hat. Die Sorge ist zum Glück unbegründet, wie der Film im weiteren erklärt ...

    Du bist in der Selbstverwaltung der DAK Gesundheit im Verwaltungsrat und im Hauptausschuss aktiv. Was war in dieser Aufgabe die spannendste Erfahrung?

    Spannend finde ich immer die Diskussionen um gesetzliche Änderungen, wie sie sich auf unsere Versicherten auswirken und wie sich die Leistungen für unsere Versicherten konkret weiterentwickeln lassen. Außerordentlich wichtig war auch die Positionierung des Verwaltungsrats, der sich für eine paritätische Finanzierung der Krankenkassen ausgesprochen hat – mit den Stimmen der Arbeitgeber, sozusagen fraktionsübergreifend, ist uns die Durchsetzung dieser Position im Verwaltungsrat gelungen. Besonders wichtig für unsere Versicherten und die DAK Gesundheit ist die jährliche Entscheidung über die Höhe des sogenannten Zusatzbeitrags, auch hier nehmen wir Einfluss, immer im Sinne der Versicherten.

    Seit 2011 veranstaltet ver.di alljährlich im Mai den Tag der Selbstverwaltung. Dein persönliches Motto für den nächsten Tag der Selbstverwaltung?

    Mit Blick auf die Bundestagswahlen:
    Paritätische Beitragsfinanzierung auch bei Zusatzbeträgen – sofort!