SelbstverwalterInnen im Porträt

Wiebke Koerlin

Wiebke Koerlin

Wiebke Koerlin, Jahrgang 1975, hat nach einem Studium in einem Fachverlag gearbeitet, hier die Externenprüfung zur Verlagskauffrau absolviert und sich als Betriebsratsvorsitzende engagiert. Seit 1992 ist sie im Bildungsbereich in Rheinland Pfalz beschäftigt. Zuerst als Frauenreferentin der Fachhochschule Rheinland Pfalz, dann in der betrieblichen Weiterbildung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2005 ist Wiebke Koerlin Vorsitzende des Hauptpersonalrates des Wissenschaftsministeriums. Sievertritt in dieser Position die Interessen von ca. 15.000 Beschäftigten. Für ver.di ist sie Vorsitzende des Landesfachbereichs Bildung, Wissenschaft und Forschung und stellvertretende Vorsitzende des Bundesfachbereichsvorstandes. Weil sie über diese Arbeit immer wieder mit den Themenkomplexen Rehaleistungen und Erwerbsminderungsrente zu tun hat, lag ein Engagement in der sozialen Selbstversicherung nahe. Sie kandidiert für ver.di für die Deutsche Rentenversicherung Bund.

Du hast dich erstmals als Kandidatin bei der DRV Bund zur Wahl gestellt. Was hat dich zu diesem Schritt bewogen und welche Erwartungen knüpfst du an dieses Ehrenamt?

In meiner Beratungsarbeit als Mitglied in einem Personalrat habe ich Erfahrungen damit gesammelt, welche Problemlagen bei der Gewährung von Rehabilitationsleistungen und Erwerbsminderungsrenten entstehen können. Dabei ist in mir der Wunsch gewachsen, mich aktiv an der Ausgestaltung dieser Themenfelder bei der DRV Bund zu beteiligen. Die Rehabilitationsleistungen müssen qualitativ weiterentwickelt werden und sie müssen auch in Zukunft so gestaltet sein, dass die Gesundheit und der Berufs- und Erwerbsfähigkeit wiedererlangt wird.

Selbstverwalter_innen im Porträt Wiebke Koerlin

Was bedeutet für dich soziale Selbstverwaltung?

Die paritätische Besetzung der Versichertenparlamente ermöglicht eine soziale Ausrichtung der Sozialversicherungssysteme. Hier kann viel für die Beschäftigten, Erwerbslosen, Rentnerinnen und Rentner erreicht werden. Die Beitragszahler*innen entscheiden über Leistungen und andere Gestaltungsmomente wie Richtlinien und Standard mit. Das ist ein hohes Gut und ein Garant für eine soziale Ausgestaltung der Sozialsysteme.

Auszug aus Viola-Cartoon ver.di

ver.di hat in den letzten Monaten mehrere Cartoon-Filme zur Selbstverwaltung und zur Sozialwahl gemacht, die auf verdi.tv und auf der Seite www.arbeitsmarkt-und-sozialpolitik.verdi.de zu finden sind. Welches Bild in unseren Clips mit Viola, der Versichertenältesten, gefällt Dir am besten?

Mir gefallen die Comics sehr gut. Ich habe in den letzten Wochen in vielen Dienststellen auf die Sozialwahlen hingewiesen. In Gesprächen ist mir immer wieder von den Beschäftigten zurückgemeldet worden, die Sozialwahlen und ihre gesellschaftliche Bedeutung dieser Wahl seien zu wenig verständlich. Genau darauf antworten die Viola-Filme. Sie stellen die Aufgaben der Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter und das Prozedere der Sozialwahlen anschaulich dar. Gut gefallen hat mir auch die Klinik Heilefix.

Seit 2011 veranstaltet ver.di alljährlich im Mai den Tag der Selbstverwaltung. Dein persönliches Motto für den nächsten Tag der Selbstverwaltung?

Sozial und solidarisch, so sollen die Sozialversicherungssysteme auch in Zukunft sein.