SelbstverwalterInnen im Porträt

Fritz Amm

Fritz Amm

Fritz Amm, Jahrgang 1960, ist „vom Elternhaus geprägt“ seit 50 Jahren ehrenamtlich tätig. Der gelernte Gas und Wasserinstallateur ist seit 1981 Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit und dort seit 2000 Hauptpersonalrat und Mitglied in drei Ausschüssen mit den Schwerpunkten Personal, Soziales und Infrastruktur. „Als Vorgesetzter waren mir die Sorgen und Nöte meiner Mitarbeiterinnen immer wichtig“, erzählt Fritz Amm. „Und meistens haben wir gemeinsam eine Lösung gefunden. In der Bundesagentur waren der Vermittlungsskandal und die angekündigte Halbierung der Mitarbeiterzahl durch den damaligen Vorstand Florian Gerster ein Grund auch gewerkschaftlich tätig zu werden. Damals wurde Vielen bewusst, dass man nur gemeinsam mit anderen seine Interessen durchsetzen kann. In diesem Sinne verstehe ich auch meine ehrenamtliche Arbeit in der Selbstverwaltung.“ Deswegen ist Fritz Amm auch für ver.di in Mittelfranken im Fachbereich Sozialversicherung engagiert. Seit 2011 kam die ehrenamtliche Arbeit in der Selbstverwaltung hinzu. Amm ist gewähltes Mitglied in der Vertreterversammlung der Unfallversicherung Bund und Bahn. Er arbeitet dort im Präventionsausschuss mit.

Wie eng Ehrenamt, Gewerkschaftsarbeit und Beruf bei Fritz Amm beieinanderliegen und warum die Arbeit in der sozialen Selbstverwaltung Spaß macht, davon hat er uns im Gespräch erzählt.

Selbstverwaltung was ist das?

Selbstverwaltung ist ein Teil der gelebten Demokratie. Ein gutes Beispiel wie die Versicherten in den Sozialversicherungen zum Wohle der anderen dort Versicherten handeln und Einfluss nehmen können.

Gewerkschafter*innen in der Selbstverwaltung vertreten die Interessen der Versicherten. Was heißt das konkret?

Als Gewerkschafter sind wir ein Sprachrohr für die Kolleginnen und Kollegen, deren Positionen wir in die Selbstverwaltung der jeweiligen Sozialversicherungsträger mit einbringen, um die besten Bedingungen für die Versicherten zu schaffen.

Selbstverwalter_innen im Porträt Fritz Amm

ver.di sagt: Gewerkschaftsvertreter*innen in der Selbstverwaltung sind die idealen Versichertenvertreter. Warum?

Weil Praxisnähe und die eigenen Erfahrungen eine unabdingbarer Voraussetzung sind, um in den Gremien der Selbstverwaltung das bestmögliche Ergebnis für die Versicherten zu erreichen.

Viele Versicherte sagen uns: Ich weiß gar nicht, was meine Selbstverwalter für mich machen. Wie und wo können sie von Deiner Arbeit erfahren?

Zuallererst natürlich durch mich selbst, über die Unfallkasse https://www.uv-bund-bahn.de. Daneben gilt es, die Möglichkeiten der Medien zu nutzen, wie Internetauftritte und die Vielzahl der Printmedien, der einzelnen Sozialversicherungsträger, die regelmäßig über die Arbeit der Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter berichten.

ver.di hat in den letzten Monaten mehrere Cartoon-Filme zur Selbstverwaltung und zur Sozialwahl gemacht, die auf verdi.tv und auf der Seite www.arbeitsmarkt-und-sozialpolitik.verdi.de zu finden sind. Welches Bild in unseren Clips mit Viola, der Versichertenältesten, gefällt Dir am besten?

Mir gefällt besonders, dass hier in kurzer Zeit das Wichtigste über die Selbstverwaltung in ansprechender Form zusammengefasst wird.

Du bist in der Selbstverwaltung der Unfallversicherung Bund und Bahn (UVB) in der Vertreterversammlung und im Präventionsausschuss aktiv. Was war in dieser Aufgabe die spannendste Erfahrung?

Seit 2011 bin ich Mitglied der Vertreterversammlung der Unfallversicherung Bund und Bahn. Dort arbeite ich im Präventionsausschuss mit. Die größte Herausforderung war die Fusion der Unfallkasse Bund mit der Eisenbahnunfallkasse. Der Präventionsausschuss hat sich nach der Fusion vergrößert und auch die Themen wurden um ein großes Spektrum erweitert. Dies hat bei mir dazu geführt, mich mit den Anliegen der Bahn näher zu befassen und dadurch das eine oder andere Klischee über die „Bahn“ widerlegt zu bekommen.

Seit 2011 veranstaltet ver.di alljährlich im Mai den Tag der Selbstverwaltung. Dein persönliches Motto für den nächsten Tag der Selbstverwaltung?

Die Selbstverwaltung muss öffentlicher und dort präsenter werden.