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30 Jahre Gelbe Hand - Anerkennung für wichtige Arbeit gegen Rassismus …

30 Jahre Gelbe Hand - Anerkennung für wichtige Arbeit gegen Rassismus in der Arbeitswelt

"Der Ton ist rauer geworden. Demokratie und Zusammenhalt sind unter Druck. Aber Demokratie und Zusammenhalt sind stark, weil sich viele Menschen dafür stark machen. So wie der Kumpelverein und die Kolleginnen und Kollegen, die gegen Rassismus im Betrieb klare Kante zeigen." Mit diesen Worten gratulierte Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Verein die Gelbe Hand in ihrer Festrede zum 30. Geburtstag, der im letzten Monat (am 10. November) in Berlin gefeiert wurde. Sie bedankte sich dafür, dass dieser Verein schon so lange und tagtäglich für demokratische Werte einsteht. Die Gelbe Hand, von jungen Gewerkschafter*innen gegründet, sei ein Symbol, das sich festgesetzt habe. Das sieht auch ver.di so: „Es braucht heute mehr denn je ein gewerkschaftliches Bündnis, in dem wir für und mit den Kollegen und Kolleginnen mit ausländischen Wurzeln eine Kultur des Miteinanders im Betrieb schaffen, die weit in den Lebensalltag ausstrahlt,“ meint ver.di-Bundesvorstandsmitglied Eva Welskop-Deffaa, wie viele andere ver.di-Kollegen und Kolleginnen Mitglied des Kumpelvereins.

Der Festveranstaltung mit der Rede der Bundesfamilienministerin schloss sich die Herbsttagung des Kumpelvereins an. Dort – im IG Metall-Bildungszentrum Berlin-Pichelsee – griff der Vorsitzende des Kumpelvereins, Giovanni Pollice, die zentralen Fragen der Veranstaltung auf: "Mit welchen Methoden instrumentalisieren Rechtspopulisten das Politikfeld der Migration? Warum ist der Nährboden für Rechtspopulismus auch in der Arbeitswelt vorhanden? Wie müssen die Antworten der Gewerkschaften und des Kumpelvereins auf diesen Rechtsruck aussehen?" Über diese Fragen diskutierten rund 100 aktive Fördermitglieder und Gewerkschafter*innen, darunter viele ver.di-Aktive aus ganz Deutschland. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Vortrag von Prof. Hajo Funke von der FU Berlin über Wutbürger und Brandstifter. Funke zeichnete nach, wie die Hetze gegen Minderheiten zu Gewalt gegen Minderheiten führe.  Die Zahl rassistisch motivierter Gewaltübergriffe habe sich bereits in den ersten vier Monaten der PEGIDA-Aufmärsche verdoppelt. Rassistische Gewalt  hat in den letzten zwei Jahren drastisch zugenommen. Funke, der bis 2010 Professor am Institut für politische Wissenschaften der FU war, bezeichnete  die AfD als Sammelbecken für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, an vielen Orten sei sie das Zentrum der extremen Rechten. Dies machte er am Einfluss der völkisch-nationalistischen Identitären Bewegung fest, die kein Phänomen am Rande der Partei sei, sondern über die Parteispitzen Björn Höcke und Alexander Gauland direkt im Apparat verankert ist.

Funke plädierte dafür, soziale Ängste in der Anhängerschaft der AfD ernst zu nehmen und Alternativen sozialer Politik zu formulieren, handfesten Ressentiments und Vorstellungen eines „völkisch reinen“ Deutschlands aber mit allen Mitteln entgegenzutreten. Mehr Informationen zu Tagung und zum Kumpelverein: www.gelbehand.de