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Zeit für Solidarität – Am Tag der Arbeit in Bonn

Zeit für Solidarität – Am Tag der Arbeit in Bonn

„Zeit für Solidarität“ – so lautete das gut gewählte Motto der DGB-Gewerkschaften zum Tag der Arbeit 2016. In zahlreichen Städten Deutschlands versammelten sich Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, um unter dieser Überschrift auf die drängendsten (sozial-)politischen Fragen aufmerksam zu machen.
Ganz oben auf der Agenda der Reden aller ver.di-Vorstandsmitglieder, die am Tag der Arbeit als Redner und Rednerinnen eingeladen waren: die Zukunft der Rente.

Auch Eva Welskop-Deffaa, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, begann ihre Mai-Rede auf dem Marktplatz in Bonn mit diesem Thema. „Vor 60 Jahren“, so erinnerte Eva Welskop-Deffaa, „tobte in Bonn ein heißer Kampf um die richtige Gestaltung der Gesetzlichen Rentenversicherung.“ Im Bundestag waren die Abgeordneten aller Parteien über Wochen und Monate damit beschäftigt, eine Antwort auf die Herausforderungen der Rentenreform in der ‚Wirtschaftswunderzeit‘ zu suchen. Die Antwort war zu guter Letzt die ‚Produktivitätsrente‘“, die umlagefinanzierte dynamische Rente, mit der die Rentner und Rentnerinnen verlässlich einen Anteil an der Wohlstandsentwicklung der aktiven Generation erhielten. Bonn sei ein guter Ort, um an diese Geschichte zu erinnern und daran, dass es dringend nötig sei, die Grundorientierungen von damals wieder in Kraft zu setzen. „Die Renten müssen verlässlich den Löhnen folgen. Die Absenkung des Rentenniveaus muss gestoppt werden“, so Welskop-Deffaa unter dem Applaus der Kolleginnen und Kollegen.

Eva Welskop-Deffaa (ver.di-Bundesvorstand) anl. 1.-Mai-Demo 2016 in Bonn ver.di Eva M. Welskop-Deffaa vom ver.di-Bundesvorstand anl. der Veranstaltung zum 1. Mai 2016 in Bonn

„Zeit der Solidarität“  – darunter verstehe ver.di am Tag der Arbeit 2016 aber nicht nur Fragen der Generationensolidarität, betonte Eva Welskop-Deffaa. Es gehe auch um die Solidarität mit den Geflüchteten. Vor zwei Jahren habe Papst Franziskus bei seinem Besuch auf der Insel Lampedusa die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ und die „Kultur des Wegsehens“ gegeißelt. Seither habe der Papst diese Kritik an vielen Stellen wiederholt – im Europaparlament, auf der Insel Lesbos, bei seinen Predigten in der Osterzeit. „Franziskus hat mit uns dafür geworben, dass an die Stelle der Kultur des Wegsehens eine neue Kultur der Solidarität treten muss. Wie er dürfen wir uns nicht durch Hass und Fremdenfeindlichkeit einschüchtern lassen und uns nicht durch Ängstlichkeit entmutigen lassen. Der Kampf gegen den alltäglichen Rassismus gehört zu den brennenden Aufgaben gewerkschaftlicher Solidarität in diesen Jahren“, so die ver.di-Frau.

Eva Welskop-Deffaa würdigte in ihrer Mai-Rede den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst und verwies auf die Herausforderungen der Digitalisierung. „Gute Arbeit 4.0“ werde es nicht von alleine geben. Es brauche gewerkschaftliche Gestaltungsmacht, es brauche Gewerkschaftsmitglieder, die solidarisch für die Interessen der Beschäftigten eintreten und diese wirksam durchsetzen, erinnerte sie die Kollegen und warb für eine aktive Mitgliederwerbearbeit.