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ver.di sorgt für mehr Durchblick bei den Sozialwahlen 2017

ver.di sorgt für mehr Durchblick bei den Sozialwahlen 2017

sozialversicherung.watch ist online!

Selbstverwaltung – was ist das? Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass und wie sehr die Sozialversicherung in Deutschland von den Versicherten selbst mit gestaltet werden kann. Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen sind seit über 100 Jahren als Vertreter der Versicherten in der Selbstverwaltung aktiv. Sie sorgen dafür, dass die Umsetzung des Sozialrechts durch die Verwaltung der Krankenkassen, Unfallversicherungen und Rentenversicherung die Bedürfnisse der Versicherten in den Mittelpunkt stellt. Entscheidend für gute Arbeit in der Selbstverwaltung ist die Erreichbarkeit und Versichertennähe der Selbstverwalter*innen.

Traditionell haben die Gewerkschaftsvertreter über ihre betriebliche Verankerung ihr Ohr am Puls der Zeit. In Zeiten von Digitalisierung und Arbeiten 4.0 will sich ver.di aber auf die alten Kommunikationskanäle nicht alleine verlassen, wenn es um die Vertretung der Versicherteninteressen in der Selbstverwaltung geht. Mit sozialversicherung.watch hat die Dienstleistungsgewerkschaft jetzt ein Online-tool zur Verfügung gestellt, das die Erreichbarkeit der ver.di-Kandidaten und -Kandidatinnen bei den Sozialwahlen 2017 noch besser gewährleistet.

Am 16. Januar war es so weit: Frank Bsirske und Eva Welskop-Deffaa aus dem ver.di-Bundesvorstand und Gregor Hackmack vom Kooperationspartner abgeordnetenwatch.de gaben gemeinsam den Startschuss für „mehr Durchblick bei den Sozialwahlen 2017“.

Start am 16. Januar 2017

Die gemeinsame Pressekonferenz in Berlin zum Start des neuen Online-Portals ließ kaum Fragen offen. Die Nutzung des Onlinetools, das stellte Gregor Hackmack dar, ist außerordentlich einfach: Interessierte können sich unter der Internetadresse sozialversicherung.watch ab sofort direkt an die ver.di-Kandidatinnen und -Kandidaten wenden und ihnen alle Fragen schicken, die ihnen unter den Nägeln brennen. Ansprechbar sind die „Top Ten“ der ver.di-Kandidierenden auf den Listen bei bundesweit urwählenden Sozialversicherungsträgern. Das ist vor allem die DRV Bund und das sind die großen Ersatzkassen wie die DAK und die TK.

Die Steckbriefe, die Fragen und die Antworten der Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter sind öffentlich einsehbar. Zwischen einer Anfrage und ihrer Veröffentlichung erfolgt die Prüfung durch das Moderationsteam von abgeordnetenwatch, das sicherstellt, dass keine Beleidigungen erfolgen oder die Seite nicht für Hate-Speech missbraucht wird. Die Prüfung erfolgt auf der Grundlage des auf der Website einsehbaren Codex.

Pressekonferenz anlässlich des Starts des ver.di-Online-Portals sozialversicherung.watch ver.di/Fotograf: Matthias Reichelt

Kooperationspartner Abgeordnetenwatch

Betrieb und Betreuung des interaktiven Online-Tools zur Sozialwahl wurden in die Hände des größten politischen Dialogportals in Deutschland gelegt. „Hätte es abgeordnetenwatch nicht gegeben, hätten wir sv-watch selbst erfinden müssen“, sagte Eva Welskop-Deffaa, im ver.di-Bundesvorstand seit knapp vier Jahren zuständig für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik und für die soziale Selbstverwaltung. “Wir haben in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Arbeit der Selbstverwaltung sichtbarer zu machen. Der Tag der Selbstverwaltung, unsere Selbstverwalterportraits, Publikationen zusammen mit Wissenschaftlern und Fachleuten aus der Praxis – das alles hat das Interesse an den Sozialwahlen und das Wissen um die soziale Selbstverwaltung gestärkt. Die verbesserte Erreichbarkeit der Kandidaten und Kandidatinnen über sv-watch ist für uns jetzt das Tüpfelchen auf dem i.” Da abgeordnetenwatch seit über zehn Jahren bei Bundestagswahlen und Landtagswahlen gut funktioniert und den unmittelbaren Austausch zwischen den Abgeordneten und den Bürgern ermöglicht, war ver.di dankbar, auf diese Erfahrungen und Expertise zurückgreifen zu können.

Responsivität = Versichertennähe

Die unmittelbare Erreichbarkeit der ehrenamtlichen SelbstverwalterInnen ist das Ziel der Dialogplattform sozialversicherung.watch. Hier werden die engagierten Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter vorgestellt, die die Interessen der Versicherten in der Vertreterversammlung oder im Verwaltungsrat ihres Trägers der gesetzlichen Sozialversicherung vertreten.

Das Portal ist nutzerfreundlich aufgebaut. Mit einem Klick auf den interessierenden Sozialversicherungsträger (DAK-Gesundheit, KKH, TK, BARMER, hkk, DRV) landen die ratsuchenden Versicherten bei den Kandidierenden. Und mit einem nächsten Klick auf unseren Viola-Cartoons. Die beliebten Video-Clips sind von nun an nicht nur über die Homepage der ver.di, sondern auch über sozialversicherung.watch aufzurufen. Die Filme erklären, welche Aufgaben die gewählten Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter übernehmen. Und was es mit den Sozialwahlen auf sich hat. „Viola-Fans sind bestens vorbereitet, wenn im April und Mai die Briefwahlunterlagen in den Briefkästen liegen“, das bestätigen auch die ver.di-Sozialwahlbeauftragten, die die Clips bei Betriebsversammlungen zeigen.

Wahlbeteiligung steigern

Pressekonferenz anlässlich des Starts des ver.di-Online-Portals sozialversicherung.watch ver.di/Fotograf: Matthias Reichelt v.l.n.r.: Frank Bsirske, Dagmar König, Eva M. Welskop-Deffaa, Uwe Klemens

„ver.di will die Wahlbeteiligung bei den Sozialwahlen 2017 stärken – denn sie liegt schon seit viel zu vielen Jahren nur bei rund 30 Prozent“, betonte Frank Bsirske, ver.di-Bundesvorsitzender, bei der sozialversicherung.watch-Pressekonferenz. Vielleicht liege das auch daran, dass Versicherte nicht wissen, was und wen sie wählen sollen, mutmaßten Dagmar König und Uwe Klemens, Spitzenkandidaten der ver.di bei der DRV Bund und der Techniker-Krankenkasse. Sie zeigten bei der Pressekonferenz deutlich, wie froh sie sind, für „ihre Versicherten“ über sozialversicherung.watch nun besser erreichbar zu sein.

Vielleicht ist es aber auch das mangelnde Wissen um die Bedeutung der Selbstverwaltung, das die Wahlbeteiligung geschwächt hat. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske warb mit Nachdruck für die Bedeutung der Sozialwahlen und sozialversichung.watch. Und er referierte für die anwesenden Pressevertreter, welche vielfältigen Aufgaben die Selbstverwalter*innen in den unterschiedlichen Trägern der Sozialversicherung übernehmen: von der Kontrolle der Geschäftsführung über die Mitentscheidung bei Budgetfragen, von der ganz konkreten Hilfe bei Rentenanträgen durch die Versichertenältesten bis zu Entscheidungen über Präventionsmaßnahmen in der trägereigenen Rehaklinik. „Alles andere als triviale Fragen“, so Bsirske, der unterstrich, wie wichtig eine starke gewerkschaftliche Beteiligung für die kommenden Gestaltungsziele in der Selbstverwaltung ist.

Selbstverwaltung ist Selbstgestaltung

Für ver.di ist der Austausch zwischen den Versicherten und ihren Vertretern in den unterschiedlichen Gremien der Sozialversicherungsträger von großer Bedeutung. Die neue Dialogplattform ist der ideale Ort für diesen Austausch und kann den Zugang zu den Repräsentanten der sozialen Selbstverwaltung erleichtern. „Selbstverwaltung ist Selbstgestaltung der Sozialversicherungen im Sinne der Versicherten. Und sozialversicherung.watch das i-Tüpfelchen auf unserer bisherigen Arbeit für eine gute, responsive und versichertennahe Selbstverwaltung. Soziale Selbstverwaltung ist kein Anhängsel gewerkschaftlicher Arbeit, sie gehört ins Zentrum unserer Aufgaben“, unterstrich auch Dagmar König beim gemeinsamen Ausklang nach der Pressekonferenz.

Innerhalb des ersten Monats sind bei sv-watch 65 Fragen eingegangen und 2.983 Besucher haben die Seite aufgerufen.

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