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Arbeitsschutz gegen hellen Hautkrebs

Sommer, Sonne, Sonnenbrand

Jetzt ist sie da, die schönste Jahreszeit – Sommer. Ob zu Hause, auf dem Balkon oder im Urlaub: am liebsten ist man draußen und genießt das schöne Wetter. Aber Vorsicht! Die Sonne hat auch ihre Schattenseiten. Nicht nur der Sonnenbrand ist gefährlich. Vor allem der sogenannte helle Hautkrebs nimmt kontinuierlich zu.

Sonne und Hautkrebs

Ursache für diese Erkrankungen ist zum einen ein allgemeines Ideal, der Wunsch nach Körperbräune durch ein „Bad in der Sonne“. Zum anderen eine längere Lebenserwartung, denn die Latenzzeit bis zum Ausbruch einer Krebserkrankung beträgt 20 Jahre und sogar länger. Zudem spielt mangelnder Hautschutz eine große Rolle. Das betrifft die richtige Anwendung von Schutzcremes und das Tragen von schützender Kleidung. Verantwortlich für den Sonnenbrand ist die kurzwellige UV-B-Strahlung. Die chronischen Schäden resultieren dagegen aus dem langwelligen Anteil der UV-Strahlung (UV-A). Besonders betroffen sind deshalb die Körperteile, die dauerhaft der Sonne ausgesetzt sind: der Kopf mit Ohren, Nase und Lippen, insbesondere bei einer Glatze, der Halsbereich sowie Unterarme und Hände.

Berufskrankheit durch UV-Strahlung

Das, was in der Freizeit schon für Gesundheitsprobleme sorgt, ist bei Berufen im Freien erst recht ein Problem, denn dort ist man tagtäglich den Sonnenstrahlen ausgesetzt. Seit dem 1.1.2015 gibt es deshalb eine durch natürliche UV-Strahlung hervorgerufene Berufskrankheit mit der Nummer 5103: Plattenepithelkarzinome und multiple aktinische Keratosen.

Besonders betroffen von dieser Berufskrankheit sind Menschen, die in der Baubranche tätig sind. Gerade bei schönem Wetter wird dort sehr lange und intensiv gearbeitet. Aber genauso gerne wird hier auch der Hautschutz vernachlässigt. Von der gesetzlichen Unfallversicherung werden derzeit mit umfangreichen Messprogrammen weitere Branchen und Tätigkeiten mit hoher UV-Belastung ermittelt. Dies gilt beispielsweise im gesamten Grünflächenbereich, in der Schifffahrt, aber auch bei Zusteller*innen oder auf dem Flughafenfeld.

Auch in Kitas und Krippen wurden Messungen gemacht. Hier ist die Exposition insgesamt weniger hoch, weil zwischen 12 und 14 Uhr in der Regel Mittagspause im Gebäude ist. Gleichwohl ist gerade im frühen Kindesalter das Erlernen des richtigen Umgangs mit der Sonne besonders wichtig.

Prävention ist TOP

Die Prävention ist also das Mittel der Wahl, um Belastungen und Erkrankungen zu verhindern. Bei der Arbeit ist die Gefährdungsbeurteilung die Grundlage für die Festlegung der richtigen Maßnahmen. Im Arbeitsschutz gilt das TOP-Prinzip, also Technik vor Organisation vor persönlichem Schutz. Hiernach sind zunächst alle technischen Möglichkeiten der Verschattung auszuschöpfen. Im nächsten Schritt steht die Zeitplanung, also das Meiden insbesondere der Mittagsstrahlung, im Fokus und dann der persönliche Schutz mit angemessener Kleidung und Hautcreme. Wichtig ist, dass diese Schutzmaßnahmen vom Arbeitgeber kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Zudem unterliegen Maßnahmen des Arbeitsschutzes der Mitbestimmung. Betriebs- und Personalräte sind somit bei der Gefährdungsbeurteilung und der Festlegung geeigneter Maßnahmen zu beteiligen. Sie können diese auch selber initiieren.

Wer alle Schutzmöglichkeiten nutzt, kann mit gutem Gewissen die schöne Jahreszeit nutzen und die Sonne – in Maßen – genießen und das ganz ohne Reue.

Mehr Infos: Weitergehende Informationen zum Thema gibt es in der Zeitschrift DGUV-Forum 4/2017 mit dem Schwerpunkt „Arbeiten unter der Sonne“ und unter www.dguv.de (Stichwort: Sonne).