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Beratungsangebot für Schwerbehindertenvertretungen

Beratungsangebot für Schwerbehindertenvertretungen

Bericht von der Frühjahrstagung des ver.di-Bundesarbeitskreises Teilhabepolitik

Die Frühjahrstagung des ver.di-Bundesarbeitskreises Teilhabepolitik fiel dieses Jahr mit den ersten warmen Tagen in Berlin zusammen. Eine gute Energie, die der zweitägigen Veranstaltung Schwung gab. Neben der Vorbereitung des ver.di-Bundeskongresses 2019, wurde unter anderem der behindertenpolitische Leitantrag diskutiert. Neben Berichten aus dem Gewerkschaftsrat, aus den Landesbezirken und Bundesfachbereichen sowie von den Wahlen zur Schwerbehindertenvertretung 2018 (SBV-Wahlen), ging es am Nachmittag des ersten Tages um den „Firmenservice“ der Deutschen Rentenversicherung (DRV), dessen Angebot sich u.a. direkt an die Schwerbehindertenvertretung richtet. Eingeladen waren Nina-Tamara Moser und ihre Abteilungsleiterin Katharina Fechner von der DRV Bund, um einerseits über das konkrete Serviceangebot, andererseits aber auch über die Aktivitäten zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention innerhalb der Deutschen Rentenversicherung zu berichten.

Infografik zum "Firmenservice" der Deutschen Rentenversicherung; "Starker Service für starke Firmen" DRV

Der seit 2015 bestehende „Firmenservice“ ist ein Beratungsangebot über das gesamte Spektrum der Deutschen Rentenversicherung, mit dem Ziel, die Beschäftigungsfähigkeit von Versicherten zu sichern. Die DRV hat ein großes Interesse daran, langfristig die Beschäftigungsfähigkeit einer/eines jeden einzelnen Mitarbeiterin/Mitarbeiters zu erhalten - dies kommt nicht nur unter finanziellen Aspekten beiden Seite zu Gute. Die Referentin Nina-Tamara Moser berichtete, dass auch die Unternehmen wegen des demografischen Wandels und aufgrund vieler unbesetzter Stellen ein großes Interesse daran haben, das Arbeitsverhältnis auch bei chronisch kranken oder verunfallten Mitarbeiter*innen zu erhalten. Auch dann, wenn etwa ein Wechsel des Arbeitsplatzes, eine medizinische Rehabilitation oder die arbeitsplatzorientierte Reha notwendig wird. Für die Arbeit der Schwerbehindertenvertretungen ist vor allem interessant, dass der Firmenservice neben der Beratung etwa zur medizinisch beruflich orientierten Rehabilitation, zu Präventionsangeboten oder zum Beruflichen Eingliederungsmanagement (BEM) eine Wegweiser- und Lotsenfunktion übernehmen will. So könnten die oft komplizierten Zuständigkeitsfragen – wann sind die Krankenkassen, wann der Rentenversicherungsträger, wann die Integrationsämter zuständig – schneller geklärt und die jeweiligen Ansprechpartner anderer Beratungsstellen, zum Beispiel zu den Beratungsstellen der Behindertenverbände oder den Integrationsfachdiensten zielgerichteter vermittelt werden. Eine kompetente Beratung über alle in Betracht kommenden Rehabilitations- und Teilhabeleistungen für Menschen mit Beeinträchtigung, das wurde in den anschließenden Diskussionen und auch anhand der vorgestellten Praxisbeispiele deutlich, wäre in manchem komplexen Einzelfall sehr hilfreich. Auch wenn sich die Schwerbehindertenvertreter*innen mit ihrem Wissen viele Schneisen in den Dschungel der Sozialgesetzgebung schlagen können, vergehen dennoch manchmal Tage, um herauszufinden, wer zum Beispiel die Kosten für eine Stuhlsonderanfertigung für Kleinwüchsige übernimmt. Wer den Service ausprobieren will, der mit einem direkten und durchgängigen Ansprechpartner wirkt, erreicht die Mitarbeiter*innen unter der Hotline 0800 1000 453 (werktags von 9.00-15.00 Uhr, danach wird ein Rückrufwunsch aufgenommen; der Rückruf erfolgt binnen zwei Werktagen) oder unter der E-Mail-Adresse: firmenservice@deutsche-rentenversicherung.de.

Broschüre "Aktionsprogramm der Deutschen Rentenversicherung zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention" DRV

Im Anschluss berichtete Katharina Fechner, wie die DRV Bund die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention umsetzt. Unter dem Motto „Vielfalt durch Reha“ hat der Sozialversicherungsträger ein Aktionsprogramm erarbeitet, mit dem zunächst die inklusiven Handlungsbedarfe herausgearbeitet und Maßnahmenkataloge festgelegt wurden. Neben praktischen Verbesserungen für die Versicherten, etwa barrierefreie Formulare und Dokumente, die in den letzten Jahren erarbeitet wurden, hat die DRV allerdings eine Doppelfunktion inne. Neben ihrer Funktion als inklusiver Sozialversicherungsträger, der die Zugänglichkeit zu seinen Leistungen für alle gewähren muss, besteht auch eine Verantwortung als vorbildlicher Arbeitgeber. 2017 lag die Schwerbehindertenquote bei der DRV bei rund 12 Prozent. Für ein gutes Inklusionsklima ist Bewusstseinsbildung notwendig, so Katharina Fechner. Sie sei der Schlüssel für die weitere Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die der DRV am Herzen liege. Das konnten die anwesenden Teilnehmer*innen des Bundesarbeitskreises Teilhabepolitik bestätigen: Habe man es mit einem Arbeitgeber zu tun, für den Inklusion eine Selbstverständlichkeit sei, so sei das schon die halbe Miete, diese Erfahrung machte eine Schwerbehindertenvertreterin.

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