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Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten läuft an

Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten läuft an

Tagung zu Handlungsmöglichkeiten in der Mitbestimmung

Seminar für Betriebs- und Personalräte am 02.11.2016 in Berlin; Veranstalter: CAIDAO und ver.di; "Integration von geflüchteten Menschen in die Betriebe" ver.di  –

Um die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zu unterstützen, sind in den letzten Monaten die gesetzlichen Rahmenbedingungen mehrfach geändert worden. Nicht alles, was neu ist, ist eine Verbesserung für die Betriebe, die Geflüchteten eine echte Chance geben wollen. Zusammen mit Betriebsräten und Auszubildendenvertretungen ging ver.di der Situation vor Ort auf die Spur und fragte nach, wie es gelingt Integration im Betrieb konkret werden zu lassen. Ein good-practice-Austausch in der ver.di-Bundesverwaltung am 2. November d.J. machte die Vielfalt der Handlungsmöglichkeiten sichtbar. Betriebsräte und Auszubildendenvertretungen der Deutschen Post, der PIN AG, der Telekom und weiterer Unternehmen berichteten über die Herausforderungen bei der Integration von Geflüchteten in ihren Betrieben. Die von der Beratungsgesellschaft CAIDAO und dem ver.di Ressort Arbeitsmark- und Sozialpolitik organisierte Tagung machte klar, wie viele Initiativen in den Betrieben schon angeschoben werden konnten.

Seminar für Betriebs- und Personalräte am 02.11.2016 in Berlin; Veranstalter: CAIDAO und ver.di; "Integration von geflüchteten Menschen in die Betriebe" ver.di  –

Etliche Betriebe nutzen das Instrument der durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) geförderten Einstiegsqualifizierung, um Geflüchteten den Zugang zu Ausbildung zu ermöglichen. Die Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der BA sind dabei überwiegend positiv. Dieser Eindruck bestätigte sich auch im Vortrag von André Hanschke, Projektleiter des Arbeitgeber-Service „Asyl“ der BA Berlin Süd, der die Fördermöglichkeiten für die Einstellung geflüchteter Menschen seitens der BA skizzierte.

Seminar für Betriebs- und Personalräte am 02.11.2016 in Berlin; Veranstalter: CAIDAO und ver.di; "Integration von geflüchteten Menschen in die Betriebe" ver.di  –

Alle drei Monate neue Unsicherheit

Wie nah die Belegschaftvertreter*innen an den Lebensrealitäten der neuen Beschäftigten dran sind, zeigte sich anhand der Erfahrungen bei der Telekom Kiel.  Eine Auszubildende mit Fluchtgeschichte  ist dort aufgrund ihres Status der Duldung weiterhin gezwungen, sich alle drei Monate bei der Ausländerbehörde zu melden, um eine Verlängerung ihrer Duldung zu erhalten. Dies widerspricht der Regelung, die Ausbildungsduldung für drei Jahre auszusprechen, wie es die Koalition als eine der wenigen Verbesserungen im Integrationsgesetz (sopoaktuell Nr. 243) beschlossen hat. Die Unsicherheit über die eigene Zukunft und die Einschränkungen im Alltag bleiben somit für die junge Kollegin bestehen, denn die Duldung besagt nur, dass die Abschiebung temporär ausgesetzt, aber nicht aufgehoben ist.

Seminar für Betriebs- und Personalräte am 02.11.2016 in Berlin; Veranstalter: CAIDAO und ver.di; "Integration von geflüchteten Menschen in die Betriebe" ver.di  –

Integration erfordert Umdenken

Erfahrungen, von denen auch Arndt Sändig aus dem Projekt BleibNet aus Brandenburg detailliert berichten konnte.
Auf der Grundlage der verschiedenen Vorträge und Berichte wurde zum Abschluss mit den Teilnehmer*innen überlegt, welche Möglichkeiten betriebliche Interessensvertreter*innen haben, um die Ausländerbehörden zur Umsetzung des Gesetzes im Sinne der Beschäftigten zu ermahnen. Nicht nur in dieser Frage zeigte sich, dass die gelingende Integration von Geflüchteten in den Betrieb vor allem auch von einem Umdenken in den Behörden abhängig ist. Die Betriebsräte und Auszubildendenvertreter*innen werden nicht nur in dieser Frage im Austausch zu bleiben.

Weitere Präsentationen: