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Deutschland als Einwanderungsland gestalten

Deutschland als Einwanderungsland gestalten

Migrationspolitische Tagung der ver.di

Auch wenn die Ergebnisse bei den Landtags- und Kommunalwahlen der letzten Wochen medial einer vermeintlich größer werdenden Angst vor Flüchtlingen und dem „Anderen“ viel Raum gaben – Fakt ist: Sehr viele Menschen in Deutschland, darunter viele Gewerkschafter*innen engagieren sich weiterhin dafür, geflüchtete Menschen zu unterstützen, und ihnen das Ankommen und die Arbeitsaufnahme in Deutschland zu erleichtern.

Unter dem Motto „Neustart der Einwanderungsgesellschaft - Ankommen. Arbeiten. Organisieren“ widmet sich die migrationspolitische Tagung der ver.di am 23. und 24. September 2016 diesen positiven Beispielen und den Chancen gewerkschaftlichen Engagements für Toleranz und gegen Rassismus.

Die Flüchtlingsmigration hat der Debatte um die Ausgestaltung von Integrationspolitiken neues Leben eingehaucht. Über die frühzeitige Integration in Arbeit soll gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden, die früheren Generationen verweigert wurde. Es gelte die Fehler aus der Vergangenheit, sprich aus der sogenannten Gastarbeiterzeit, zu vermeiden, so Kanzlerin Merkel bei ihrer Eröffnungsrede beim ver.di Bundeskongress 2015. Die an die eigene Adresse gerichtete Kritik, dass Deutschland viel zu spät begonnen habe, sich als Einwanderungsland zu begreifen, war unüberhörbar.

Wir wollen jetzt – ein Jahr später –  bei der Tagung in Berlin erörtern, ob die Einsicht in die Notwendigkeit, Deutschland für Migranten und Migrantinnen zu öffnen, in der aktuellen politisch von rechts aufgeheizten Lage noch gilt. Wie müssen sich die Strukturen und die Institutionen verändern, wenn Integration nicht mehr als einseitige Bringschuld von Einwanderern gedacht wird? Diese Fragen wollen wir am Samstag in verschiedenen Praxisworkshops vertiefen und uns genauer mit den Berufschancen von Geflüchteten beschäftigen. Es geht dabei auch um Organisierungsansätze in wachsenden, bereits migrantisch geprägten Branchen wie dem Gesundheits- und Pflegebereich oder der Ver- und Entsorgungsbranche.

Über die Ergebnisse der Tagung, bei der u. a. Prof. Dr. Naika Foroutan vom Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM), der ver.di Vorsitzende Frank Bsirske und Prof. Dr. Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sprechen, werden wir hier im Newsletter und auf unseren Internetseiten berichten.