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Mehr Chefinnen im Dienstleistungssektor

Mehr Chefinnen im Dienstleistungssektor

IAB-Betriebspanel beschreibt die Karrierechancen für Frauen

Im Jahr 2012 waren 26 Prozent der Führungskräfte der obersten Leitungsebene in der Privatwirtschaft Frauen. Mit seinen aktuellen Zahlen bestätigt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, dass die Aufstiegschancen für Frauen im Erwerbsleben noch immer schlechter sind als die der Männer. „Auch die Tatsache, dass Chefinnen besonders häufig in Dienstleistungsbereichen wie Gesundheitswesen, Erziehung und Unterricht zu finden sind, darf uns nicht täuschen,“ so Eva M. Welskop-Deffaa, Bundesvorstandsmitglied von ver.di und Mitglied im Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit. „Auch im Dienstleistungsbereich bleibt der Anteil der Frauen in Spitzenpositionen hinter dem Beschäftigtenanteil der Frauen in der Branche zurück: In der ersten Führungsebene beträgt der Frauenanteil im Dienstleistungssektor 46 Prozent, in der zweiten Führungsebene 70 Prozent und bei den Beschäftigten 76 Prozent.“

Das IAB-Betriebspanel ermittelt: Auf der zweiten Führungsebene liegt der Frauenanteil in der Privatwirtschaft insgesamt bei 38 Prozent. In Großbetrieben hat sich der Anteil der Frauen an den Führungspositionen der obersten Leitungsebene zwischen 2008 und 2012 verdoppelt. Das Betriebspanel ist eine repräsentative Befragung von rund 16.000 Betrieben in Deutschland, die  durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit, in Nürnberg erfolgt.

Die Anteile der Frauen an den Führungspositionen unterscheiden sich nach Betriebsgrößen, Branchen und Sektoren. So werden beispielsweise kleine Betriebe häufiger von Frauen geführt als große. In der ersten Führungsebene von Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigten sind 28 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt, in Kleinbetrieben mit zehn bis 49 Beschäftigten 25 Prozent. In Großbetrieben mit mindestens 500 Beschäftigten sind es 19 Prozent. 2008 waren es noch neun Prozent, das bedeutet einen Anstieg um zehn Prozentpunkte zwischen 2008 und 2012 in den Großbetrieben. .

In Ostdeutschland ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen höher als in Westdeutschland. Der Unterschied beträgt auf der ersten Führungsebene sechs Prozentpunkte und auf der zweiten zehn. Der Frauenanteil an den Führungspositionen der ersten und zweiten Ebene liegt im Osten damit bei gut 30 bzw. 46 Prozent. „Beachtlich ist, dass im Jahr 2012 der Anteil von Frauen auf der zweiten Führungsebene in Ostdeutschland erstmals über ihrem Beschäftigtenanteil liegt“, schreiben die IAB-Forscherinnen Susanne Kohaut und Iris Möller. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Differenz von einem Prozentpunkt.

Im öffentlichen Sektor liegt der Frauenanteil in der ersten Führungsebene mit 38 Prozent zwölf Prozentpunkte höher als in der Privatwirtschaft. Gemessen an ihrem Anteil an den Beschäftigten verschwindet der Unterschied auf der ersten Führungsebene allerdings, da der Anteil der weiblichen Beschäftigten im öffentlichen Sektor mit 60 Prozent höher ist als in der Privatwirtschaft mit 43 Prozent. Auf der zweiten Führungsebene sind Frauen in der Privatwirtschaft mit 38 Prozent so gesehen sogar besser repräsentiert als im öffentlichen Sektor mit 40 Prozent.

Die IAB-Studie im Internet:
http://doku.iab.de/kurzber/2013/kb2313.pdf.