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DRV-Versichertenberater*innen und -älteste im regionalen Dialog

DRV-Versichertenberater*innen und -älteste im regionalen Dialog

Herausragende Arbeit für unsere Mitglieder

Ein Bericht von Klaus-Dieter Schwettscher, Versichertenberater in Hamburg

„Wenn ver.di Dich als Versichertenberater aufgestellt hat, dann bist Du danach auf Dich alleine gestellt. Halte Dich dann am besten an das Selbstverwaltungsbüro der DRV, wenn Du Probleme bei der Rentenberatung hast,“ so der Rat eines älteren Kollegen, den Thomas H. (Name geändert) aus Hamburg bekam als er ihm erzählte, dass auch er sich als ehrenamtlicher Versichertenberater von ver.di bei der DRV nominieren lässt.

Umso überraschter war Thomas, als er im Januar, noch vor seiner Schulung durch seinen Rentenversicherungsträger, eine Einladung als „Rentenexperte“ von ver.di Hamburg erhielt. Erfahrene, amtierende Versichertenberater*innen und –älteste aus der Metropolregion sollten sich mit den Neugewählten treffen und austauschen. Auch Günter Ploß, Mitglied der Vertreterversammlung der DRV Bund, sollte anwesend sein und über aktuelle rentenpolitische Entwicklungen, insbesondere infolge des Koalitionsvertrags der Bundesregierung, berichten. „Das kann ja interessant werden“, dachte Thomas und machte sich vier Wochen später auf den Weg zum Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof.

Als er den großen Sitzungsraum von ver.di betrat, war dieser bereits gut gefüllt. Neulinge wie Thomas sowie alte Hasen und Häsinnen waren jeweils zur Hälfte vertreten, stellte er bei der Vorstellungsrunde fest. Ein Kollege hatte sogar bereits 50 Jahre Erfahrung in der Versichertenberatung. Respekt!

Schnell kam man miteinander ins Gespräch. Die Vor- und Nachteile des E-Antrags wurden genauso diskutiert, wie der Rückzug der DRV Nord aus der eigenen, hauptamtlich besetzten Versichertenberatung. Die schlechte telefonische Erreichbarkeit von Selbstverwaltungsbüros und die Tricks, trotzdem an die nötigen Auskünfte zu kommen, wurden ausgetauscht. Erste Erfahrungen mit den Seminaren der DRV spielten genauso eine Rolle wie die Pläne der Bundesregierung. Um Rentenniveau, Beitragssatz, „Grundrente“, Erwerbsminderungsrente, „Mütterrente“ und die Mindestrücklage der DRV entspann sich eine lebhafte Diskussion.

 

Gruppenfoto von ver.di-Versichertenberater*innen und -älteste am 24. August in Hamburg ver.di  – Versichertenberater*innen und -älteste am 24. August in Hamburg beim vierteljährlichen Treffen gewerkschaftlicher Rentenexpert*innen (vorne, v.l.: Holger Hannemann, Petra Klöppelt, Hedy Gudegast, Dagmar König, Christel Krause, Klaus Growitsch; hinten ,v.l.: Frowin Wagner, Armin Klein, Harald Soltau, Günter Ploß, Detlef Senkpaul, Jürgen Maack, Michael Hofmann)

 

Insbesondere die Hinweise zur unzulänglichen telefonischen Erreichbarkeit der DRV für die Versichertenberater*innen und -ältesten, den Problemen der Versicherten damit, überhaupt einen Termin direkt bei der DRV zur Beratung zu ergattern, dem daraus folgenden „Überlaufen“ mancher Sprechstunden ehrenamtlicher Berater*innen und Ältesten und die möglichen Mängel bei den Seminaren der DRV beeindruckten „unseren Mann“ in der Vertreterversammlung, Günter Ploß, und er versicherte, sich für eine Lösung dieser Probleme einzusetzen (Zwischenzeitlich wurde die Erreichbarkeit des Selbstverwaltungsbüros der DRV Bund verbessert.)

Thomas war begeistert und sagte spontan zu, auch an den regelmäßigen Sprechstunden von ver.di für bei der DRV versicherte Mitglieder im Hamburger Gewerkschaftshaus zukünftig teilzunehmen.

Neue genauso wie „altgediente“ Kolleg*innen begrüßten das gewerkschaftliche Rentenexpert*innentreffen der Metropolregion Hamburg sehr und wünschten sich, ein solches vierteljährlich zu wiederholen. So geschah es dann auch.

Mittlerweile sind diese Treffen nicht nur überregional und trägerübergreifend organisiert, sondern auch gewerkschaftsübergreifend aufgestellt. Es gibt offensichtlich einen großen Bedarf, sich fortlaufend und fachkundig über die Rentenberatung auszutauschen.

Bei dem aktuellsten Termin war auch Dagmar König, Mitglied im Bundesvorstand von ver.di und dort zuständig für die soziale Selbstverwaltung zuständig, anwesend. Sie gab interessante Einblicke in die Tätigkeit des Vorstands der DRV Bund sowie in den Bundesvorstand von ver.di und referierte was innerhalb des DGB zum Thema Rente diskutiert wird. Sie plädierte dafür, die starke Rolle von ver.di für die Versicherten und für die Beschäftigten in der Rentenversicherung, insbesondere aber den besonderen Service für unsere Mitglieder und deren Chancen auf Einflussnahme ­– auch abseits der Sozialwahlen – deutlicher zu machen. Dafür solle die zu den Sozialwahlen von ver.di eingerichtete Internetplattform sozialversicherung.watch reanimiert werden, um den öffentlichen Dialog zwischen Versicherten und Selbstverwalter*innen auch weiterhin zu ermöglichen. Sie setzt sich dafür ein, die die Kolleg*innen in der Beratung mit mehr und besseren Materialien von ver.di auszustatten und so deren wertvolle Arbeit zu unterstützen. Darüber hinaus empfahl sie allgemein, solche regionalen „Rentenexpert*innentreffen“ auch anderswo auszurichten und die in der Metropolregion Hamburg erprobten, fortzuführen. Sie seien eine gute Ergänzung zu den Veranstaltungsangeboten des Bundesvorstands von ver.di. Dagmar König sprach dem Landesbezirk Hamburg für diese Initiative ihren Dank aus. Die Versichertenberater*innen und –ältesten leisteten herausragende „Haltearbeit“ für unsere Mitglieder und für ver.di. ver.di lohnt sich eben – sowohl vor, als auch nach dem Eintritt ins Rentenalter!

Wir bleiben dran!