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Rosina Calcagno

Rosina Calcagno

Rosina Calcagno ist ein Neuling unter den Versichertenberater*innen. Seit Dezember 2017 ist sie für die Knappschaft Bahn und See im Saarland tätig. Unermüdlich hilft sie seither dort den Versicherten in ganz unterschiedlichen Belangen. Sie berät in ihrem Bezirk die Versicherten und nimmt Anträge zur Krankenversicherung, Rentenversicherung, Rehabilitation und Pflegeversicherung entgegen. Das macht sie ehrenamtlich und bei den Hilfesuchenden zuhause. „Die meisten Menschen, die mich um Hilfe bitten, sind nicht mehr mobil. Zusätzlich hilft es sowieso vor Ort zu sein, da oft Angaben in verschiedenen Unterlagen nachgeschaut werden müssen, “erzählt sie im Gespräch. Die Arbeit ist anspruchsvoll und vielfältig. Aber Rosina ist eine unermüdliche „Schafferin“. Gearbeitet hat sie schon immer viel.

Rosina Calcagno Rosina Calcagno

Mit fast 14 Jahren kam sie ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland. Um sich von diesem „Sozialisationsschock“ zu erholen, und Vorurteilen und Diffamierungen wie „Spaghettfresserin“ entgegen zu wirken, lernte sie autodidaktisch die deutsche Sprache. Neben ihrer Arbeit schaffte sie auf dem „zweiten Bildungsweg“ die Voraussetzungen für die Ausbildung zur Krankenschwester, die sie erfolgreich abgeschlossen hat. Während ihrer Tätigkeit als Krankenschwester und Ausbilderin für Pflegeberufe, bildete sie sich abends weiter und absolvierte berufsbegleitend ein Fernstudium. In der langen Zeit als Ausbilderin an der Krankenpflegeschule der Uniklinik Homburg, war sie auch Vertrauensfrau und Mitglied im Personalrat, zuletzt arbeitete sie als freigestellte Frauenbeauftragte des Klinikums. Sie vertrat dort die Interessen von ca. 3.400 Frauen. Bevor sie in Rente ging, war sie 40 Jahre im Gesundheitswesen beschäftigt. Die Erfahrungen aus ihrer beruflichen Karriere und einer fast fünfzigjährigen Gewerkschaftsgeschichte fließen in ihre Arbeit als Versichertenälteste ein.

Die Freude ist auf beiden Seiten groß, wenn Rosina Calcagno mithelfen kann, dass ein Antrag auf Mütterrente durchgeht oder die Eltern eines behinderten Kindes endlich die ihnen zustehende Pflegestufe bewilligt bekommen. Ihre eigene Migrationsgeschichte führt zu einem größeren Einfühlungsvermögen für die Mentalität der Menschen, die zwar manchmal über die Bürokratie in Deutschland klagen, aber doch meistens von ihr profitieren, wie Rosina Calcagno stets zu vermitteln bemüht ist. Sie ist eine der wenigen Migrant*innen, die als Versichertenberaterin arbeiten. „Es bräuchte dringend mehr von uns Migrant*innen, damit wir die Vielfalt der Gewerkschafter*innen auch in der Selbstverwaltung besser repräsentieren“, schließt die Vollblutgewerkschafterin, die auch im ver.di-Bundesmigrationsausschuss mitarbeitet, das Gespräch.

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[20.9.2018]