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„Stärke. Vielfalt. Zukunft“

4. ver.di-Bundeskongress 2015

„Stärke. Vielfalt. Zukunft“

Logo des 4. ver.di-Bundeskongresses 2015 ver.di 4. ver.di-Bundeskongress  – Teaserbild

Alle vier Jahre findet er statt, der ordentliche Bundeskongress der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di (http://www.verdi.de/ueber-uns/bundeskongress-2015). 1009 Delegierte sind in der Woche vom 20. bis 26. September 2015 nach Leipzig eingeladen und werden mit dicken Koffern anreisen. Fast 1500 Anträge gilt es zu beraten, in denen sich die ganze Vielfalt der ver.di-Themen und -Anliegen widerspiegelt. 

Erster Höhepunkt des Kongresses ist die Eröffnungsveranstaltung am Sonntagabend. Sie steht unter dem Motto „Bunt und nicht braun“. Damit setzt ver.di ein starkes Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für eine aktive Willkommenskultur, für Solidarität mit denen, die bei uns Zuflucht suchen, und für gesellschaftlichen Zusammenhalt über Grenzen der Nationalität hinweg. 

Dank einer Studie, die das Ressort Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der ver.di in Auftrag gegeben hat, wissen wir, wie positiv das Bild ist, das die meisten Menschen mit Migrationshintergrund von Gewerkschaften in Deutschland haben. Viele der Männer und Frauen, die aus anderen Ländern nach Deutschland kommen, um hier zu leben und zu arbeiten, wissen sehr genau, dass gute Arbeit nicht vom Himmel fällt. Sie wissen, dass faire Bezahlung, Arbeitsplatzsicherheit und gesunde Arbeitsbedingungen sich solidarischer gewerkschaftlicher Anstrengungen verdanken. Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft sehen sie als Chance – als weiteren Schritt der Integration und Beheimatung in Deutschlannd.

Cover der Studie von Prof. Dr. Carsten Wippermann ver.di Wippermann

Die Migrationsarbeit der ver.di bietet den Kollegen und Kolleginnen mit Zuwanderungsgeschichte ein  Forum des Engagements. Es geht um allgemeine Gewerkschaftsthemen aus der Perspektive derer, die Migrationserfahrung haben, und es geht um spezifische Themen von und für MigrantInnen. Migrationsarbeit der ver.di ist integraler Bestandteil unseres Engagements für Vielfalt, wichtiger Teil unserer gewerkschaftlichen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik und selbstverständliches Element einer lebenslauforientierten Gewerkschaftsarbeit. Das wird auch auf dem Bundeskongress sichtbar sein – denn mit Aktionen und Materialien sind Kolleginnen und Kollegen der Migrationsarbeit in Leipzig mit dabei – am Stand Nr. 5 – gemeinsam mit den anderen Themen und Personengruppen, die das Ressort 5 vertritt. „Lebensfairläufe – Vielfalt gewinnt!“ ist das Motto, das die Fülle der Aufgaben des Ressorts zusammenhält: von der Migrationspolitik über den Arbeitsschutz, von der Alterssicherungspolitik bis zu Fragen von Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, von der Erwerbslosenarbeit bis zur Teilhabepolitik. 

Veränderungen im Lebenslauf sind nicht immer so einschneidend wie eine Flucht; aber auch eine Kündigung oder ein Unfall stellt eine Umbruchssituation dar, in denen Kollegen und Kolleginnen Unterstützung und Orientierung besonders brauchen. Lebensläufe verlaufen heute typischerweise nicht (mehr) geradlinig. Viele Beschäftigte wechseln im Laufe ihres Lebens den Betrieb, den Beruf, die Branche. ver.di ist die Antwort auf diese Erfahrung. Als branchenübergreifende Dienstleistungsgewerkschaft sind wir für unsere Mitglieder „immer schon da“, wenn sie von einem Arbeitgeber zum anderen wechseln. In Phasen der Erwerbslosigkeit, bei Erwerbsunfähigkeit oder für Kolleginnen mit Migrationsgeschichte, die in ihrem Leben besonders große Wechselstrecken überbrücken müssen – ver.di ist bei all diesen Herausforderungen mit konkreten Hilfen „an Bord“. Sehr oft unmittelbar erfahrbar – in der Rechtsberatung, über die Vertrauensleute, in der Schwerbehindertenvertretung oder über den Migrationsausschuss ...

Hinter der konkreten Betreuungsarbeit und der individuellen Beratung steht aber zugleich eine Organisation, die die Interessen der Beschäftigten auch politisch vertritt. Die Antragsberatung auf dem Bundeskongress gibt dazu die Leitlinien vor – für die nächsten vier Jahre. Es geht um die Stabilisierung des Rentenniveaus und den Kampf gegen Altersarmut, es geht um die Verteidigung des Arbeitszeitgesetzes als Arbeitsschutzgesetz, es geht um die Stärkung der Selbstverwaltung in allen Zweigen der Sozialversicherung und um einen präventiven Mutterschutz.

Es geht um Lebenslaufpolitik.
Damit alle faire Chancen haben – ein Leben lang!