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Digitale Wirtschaft braucht soziales "Betriebssystem"

Digitale Wirtschaft braucht soziales "Betriebssystem"

Absicherung der Beschäftigten in den Mittelpunkt rücken

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert die Bundesregierung auf, angesichts des digitalen Wandels stärker die damit verbundenen Veränderungen der Arbeitswelt in den Mittelpunkt zu rücken. Dazu gehöre es, dem Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen endlich einen Riegel vorzuschieben. "Die digitale Wirtschaft braucht ein soziales 'Betriebssystem', das für Schutz und Sicherheit der Beschäftigten sorgt", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske am Dienstag. "Ein wesentliches Element beim Schutz vor Prekarisierung ist ein Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen. Die Union muss schleunigst ihre Blockade dagegen aufgeben."

Der digitale Wandel der Wirtschaft müsse dringend sozial ausgestaltet werden, forderte Bsirske. Dazu müssten etwa beschäftigungswirksame Innovationen ebenso wie die Qualifizierung der Beschäftigten gefördert werden. "Wir brauchen darüber hinaus eine soziale Absicherung der Freiberuflichkeit, einen Schutz der Persönlichkeitsrechte von Arbeitnehmern und einen wirksamen Arbeitnehmerdatenschutz", sagte der ver.di-Vorsitzende.

"Selbstständigkeit und abhängige Beschäftigung verbinden sich in der Arbeitswelt 4.0 zu Hybriden Erwerbsverläufen mit neuen Risiken in der sozialen Absicherung," ergänzte Eva Welskop-Deffaa, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. "Nicht nur der Breitbandausbau, auch die Einbeziehung der Crowdworker in die Rentenversicherung gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge im Angesicht der Digitalisierung."

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