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    Vielen ehemaligen Gastarbeitern droht Altersarmut

    Vielen ehemaligen Gastarbeitern droht Altersarmut

    41,8 Prozent der ehemaligen Gastarbeiter im Rentenalter sind in Deutschland von Armut bedroht. Damit ist die Altersarmut unter Ausländern, die aus den damaligen Anwerbeländern kamen, mehr als dreimal so hoch wie unter Deutschen über 65 Jahren. Das ist der zentrale Befund einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung.

    Auf der Basis von neuen Daten der Deutschen Rentenversicherung und des Mikrozensus haben die WSI-Forscher die soziale Situation von ehemaligen Gastarbeitern ermittelt: So kommen aus der Türkei zugewanderte Männer ab 65 im Schnitt nur auf eine gesetzliche Rente von 742 Euro, während Deutsche immerhin 1.109 Euro im Monat beziehen. Dazwischen liegen frühere männliche Gastarbeiter aus Italien (963 Euro) oder dem ehemaligen Jugoslawien (873 Euro).

    Eine Auswertung für das größte westdeutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen zeigt, dass die Probleme sich in diesem Bundesland konzentrieren.

    Noch drastischer zeigen sich die sozialen Unterschiede nach der Analyse der Forscher beim Blick auf die Armutsquoten. Von den Deutschen ab 65 Jahren gelten 12,5 Prozent als armutsgefährdet. Das heißt nach gängiger wissenschaftlicher Definition, ihr Einkommen liegt bei weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens. Unter Gastarbeitern im Rentenalter sind dagegen 41,8 Prozent von Armut bedroht, bei türkischstämmigen Migranten sogar 54,7 Prozent.

    Alle Ergebnisse der WSI–Studie sind abrufbar unter http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_16_2014.pdf