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Interessante Zahlen zur Gestaltung zukünftiger Alterssicherungspolitik

Interessante Zahlen zur Gestaltung zukünftiger Alterssicherungspolitik

Neue Studie "Lebensverläufe und Altersvorsorge" (LeA)

Im November 2018 hat die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, die Ergebnisse der Studie „Lebensverläufe und Altersvorsorge“ (LeA) vorgestellt, ein Forschungsvorhaben der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Anhand dieser Zahlen lässt sich eine faire zukünftige Alterssicherungspolitik gestalten.

Ziel von LeA ist es, auf Basis von Befragungs- und Kontendaten der gesetzlichen Rentenversicherung von ca. 10.000 Personen ein umfassendes Bild der Erwerbsverläufe und des Vorsorgeverhaltens der Geburtsjahrgänge 1957 bis 1976, die zum Erhebungszeitpunkt 2016 näherungsweise 40 bis unter 60 Jahre alt waren, zu gewinnen. Auch die Daten der Partner wurden gegebenfalls miteinbezogen. Diese Zahlen wurden so bisher noch nicht erhoben und bieten eine gute Grundlage für die Beurteilung und Weiterentwicklung der Altersvorsorge in Deutschland.

Der ausführliche Bericht zur 258-seitigen Studie kann hier nachgelesen werden: www.lea-studie.de

Grafik zur Darstellung der Befragungsinhalte von LeA DRV Bund Lebensverläufe und Altersvorsorge (LeA)  – Darstellung der Befragungsinhalte von LeA (Lebensverläufe und Altersvorsorge)


Die wichtigsten Ergebnisse zu den Lebensverläufen:

  • Fast alle Personen weisen Zeiten mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung auf
  • Teilzeitbeschäftigungen sind weiterhin eine Domäne vor allem der westdeutschen Frauen
  • Selbstständigkeit ist bei Männern weiter verbreitet und von längerer Dauer
  • Arbeitslosigkeit tritt im Osten häufiger auf, vor allem bei den jüngeren Jahrgängen auf
  • Kindererziehungszeiten treten praktisch nur bei Frauen auf
  • Lebensverläufe westdeutscher Frauen sind zunehmend erwerbsgeprägt sind, auch wenn sie in Partnerschaften leben. Häufig allerdings nur in Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung
  • Jüngere Jahrgänge weisen längere Zeiten in Schule oder Studium auf

Im Detail werden über die Anwartschaften folgende Aussagen getroffen: 

Über 40 % der westdeutschen Männer haben eine Anwartschaft der betrieblichen Altersversorgung in der Privatwirtschaft oder der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst. Bei den übrigen Personengruppen liegt der Anteil mit einer Anwartschaft der zweiten Säule in der Regel darunter.

Während die älteste Kohorte bei der privaten Altersvorsorge in Form staatlich geförderter zusätzlicher Altersvorsorge (Riester-Renten), Basisrenten, sonstiger privater Rentenversicherungen sowie kapitalbildender Lebensversicherungen Anteile von ca. 45 % erreicht, sind es in den jüngeren Kohorten teilweise über 55 %. Bereits im Alter von 40 Jahren haben die jüngeren Jahrgänge eine deutlich höhere Beteiligung an betrieblicher und insbesondere an privater Altersvorsorge als die Älteren, wobei letztere Steigerung vor allem auf Riester-geförderte Vorsorge zurückzuführen ist.

Werden die Anwartschaften der 40- bis unter 60-Jährigen aus allen Beteiligungen und mit Stand 2016 aufsummiert, erreichen westdeutsche Männer durchweg die höchste Inlandsanwartschaft. Am größten sind die Unterschiede altersbedingt für die 55- bis 59-Jährigen. Westdeutsche Männer erreichen monatlich durchschnittlich ca. 1.600 € Rente, während es im Osten bei Frauen wie bei Männern mit um die 1.200 € fast 25 % weniger und bei westdeutschen Frauen mit ca. 1.000 € fast 40 % weniger sind. Dagegen ist der Unterschied zwischen westdeutschen Frauen und Männern bei den jüngsten Jahrgängen mit ca. 15 % deutlich geringer.

Das höhere Vorsorgeniveau der Männer in den alten Ländern resultiert aus höheren Beteiligungsquoten und höheren Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung sowie in der betrieblichen und privaten Vorsorge. Bei ostdeutschen Männern finden sich im Durchschnitt vergleichsweise niedrige GRV- und auch niedrige Gesamtanwartschaften, die vor allem durch Arbeitslosigkeitszeiten, aber auch eine geringere Beteiligung an der betrieblichen Altersversorgung bedingt sind.

Fazit: LeA gibt eine Vielzahl interessanter und aussagekräftige Zahlen, die für die Beurteilung und Gestaltung der künftigen Alterssicherung wichtig sind.

[14.1.2019]