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Rentenanpassung zum 1.7.2018

Rentenanpassung zum 1.7.2018

Eine ordentliche Steigerung der Renten

Eine gute Nachricht für Rentnerinnen, Rentner und alle, die es einmal werden wollen. Zum 1. Juli werden die Renten wieder deutlich angehoben: In den alten Bundesländern (aBL) um 3,22 %, in den neuen Bundesländern (nBL) um 3,37 %. Eine Rente von 1.000 Euro erhöht sich damit in den aBL um rund 32 Euro, in den nBL um rund 34 Euro.

„Auch in diesem Jahr führen die gute Lage am Arbeitsmarkt und die Lohnsteigerungen der Vergangenheit zu besseren Renten. Das ist eine erfreuliche Nachricht für die über 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Und es zeigt: Die gesetzliche Rente ist und bleibt die zentrale Säule der Alterssicherung in Deutschland“, kommentiert der frisch gekürte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die diesjährige Rentenanpassung und unterstützt damit unsere Forderungen aus der Rentenkampagne.

Auch in diesem Jahr zeigt sich, dass eine gute Lohnpolitik die beste Alterssicherungspolitik ist. Wenn die Menschen in sozial abgesicherten Beschäftigungsverhältnissen gut verdienen und die Löhne jährlich ordentlich angepasst werden, dann klappt es auch mit der Rente. Denn: Die Rente ist Spiegelbild des Erwerbslebens. Die gute Stimmung über die diesjährige Anpassung der Renten darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Rentenniveau weiter dramatisch sinken soll und für Viele so Armut im Alter vorprogrammiert ist. ver.di fordert die neue Bundesregierung auf, die Einrichtung der geplanten Rentenkommission, die sich u. a. die „nachhaltige Sicherung und Fortentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung“ zur Aufgabe gemacht hat, ernst zu nehmen.

Die Herausforderungen der Alterssicherungssysteme sind vielfältig, die Lage ernst und die Zeit drängt. Auch wenn das Rentenniveau bis 2025 auf heutigem Stand stabilisiert werden soll, die großen Herausforderungen beginnen danach. Umso wichtiger ist es, die Weichen rechtzeitig richtigzustellen, damit sowohl die aktuelle als auch die zukünftige Generation der Rentnerinnen und Rentner ausreichend abgesichert sind. Generationengerechtigkeit ist nicht nur eine Frage der Beiträge, sondern auch der daraus folgenden Leistungen.

Die Einzelheiten der Rentenanpassung zum 1.7.2018

Die Rentenformel beinhaltet neben der Anpassung an die Lohnentwicklung zahlreiche „Faktoren“, die mal Renten steigernd, mal kürzend wirken können (siehe Schaubild):

  • Der Entgeltfaktor gibt die Lohn- und Gehaltsentwicklung wieder – und zwar die des Jahres 2016 im Verhältnis zum Jahr 2017 (ohne 1-€-Jobs und unter Berücksichtigung der beitragspflichtigen Entgelte, die für die Einnahmesituation der Rentenversicherung entscheidend sind) und beträgt 2,93 % in den aBL und 3,06 % in den nBL.
  • Der Nachhaltigkeitsfaktor, der – ganz grob – das Verhältnis zwischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Rentner/innen widerspiegelt, wirkt in diesem Jahr positiv und wirkt sich mit rechnerisch +0,29 Prozentpunkten steigernd auf die Rentenanpassung aus.
  • Der Riester-Faktor ist bereits seit der Rentenanpassung 2014 wirkungslos.
  • Der Beitragssatz-Faktor wirkt sich nicht aus, da sich der Beitragssatz von 2016 zu 2017 nicht verändert hat.

(Anm.: Riester-Faktor und Beitragssatz-Faktor wurden gemeinsam als “Faktor Altersvorsorgeaufwendungen“ bezeichnet.)

Schaubild zur Verdeutlichung der Rentenformel, die neben der Anpassung an die Lohnentwicklung „Faktoren“ beinhaltet, die rentensteigernd oder kürzend wirken können. ver.di


Die aktuellen Rentenwerte (aRW), der Gegenwert eines Entgeltpunktes (EP), betragen ab 1.7.2018:

  • aBL: 32,03 Euro (bis 30.6.2018: 31,03 Euro); das ist ein Plus von 1,00 Euro pro EP.
  • nBL: 30,69 Euro (bis 30.6.2018: 29,69 Euro); das ist ein Plus von 1,00 Euro pro EP.

Der aRW Ost beträgt damit ab 1.7.2018 95,8 % des aRW West (bis 30.6.18: 95,7 %).

Neu in der diesjährigen Anpassung ist, dass in diesem Jahr für die neuen Bundesländer die Regelungen des Rentenüberleitungs-Abschlussgesetzes greifen, wonach der aktuelle Rentenwert (Ost) mindestens so anzupassen ist, dass er 95,8 % des Westwerts erreicht. Kommt es unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung in den nBL in der Anpassungsformel jedoch zu einem günstigeren Ergebnis, wird dieses angewendet. Das ist in diesem Jahr der Fall, denn der mit der Lohnentwicklung berechnete aktuelle Rentenwert (Ost) fällt um einen Cent höher aus.

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