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Gemeinsam für einen gesunden Rücken und eine stabile Psyche

Gemeinsam für einen gesunden Rücken und eine stabile Psyche

ver.di und die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA)

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) ist eine Initiative von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern sowie weiteren Kooperationspartnern. ver.di gehört dazu. In diesem strategischen Bündnis engagieren sich alle für die Stärkung der Gesundheit am Arbeitsplatz. ver.di ist Kooperationspartnerin für das Arbeitsprogramm Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE). Unter dem Motto „Prävention macht stark – auch Deinen Rücken“ wurde zwischen 2013 bis 2018 über Aufklärung und Beratung über Schulungen und Informationsangebote versucht, die Arbeitsverhältnisse in den Betrieben zu verbessern, um arbeitsbedingte Erkrankungen einzudämmen. Jetzt liegen die Ergebnisse der Zusammenarbeit vor.

Besonders beliebt waren die „Tipps für Beschäftigte“ an deren Ausarbeitung ver.di intensiv mitgearbeitet hat. Insgesamt wurden diese 92.000 Mal angeklickt. Unter www.gdabewegt.de/Tipps-fuer-Beschaeftigte finden Beschäftigte auch weiterhin das Onlinetool „Bewusst bewegen – auch im Job“. Das Angebot informiert Menschen, die unter Rücken- und Gelenkschmerzen leiden, über Schmerzursachen und Belastungen am Arbeitsplatz. Hier findet man Tipps für ein gesundheitsförderndes Arbeits- und Freizeitverhalten.

Arbeitsprogramm MSE der Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA); Herausgeber: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) GDA

Neben diesen praktischen Online-Angeboten wurden auch Betriebe besichtigt. Es wurden rund 13.000 Betriebsbesichtigungen durchgeführt, um Risikofaktoren für MSE zu reduzieren. Mit teilweise guten Erfolgen – wie jetzt nach einer ersten Periode des Arbeitsprogramms evaluiert werden konnte. Die Besichtigung von Arbeitsstätten und die Beratung durch das Aufsichtspersonal führt in Betrieben mit Arbeitsschutzmängeln zu Verbesserungen in allen MSE-relevanten Bereichen. Ein Beleg dafür, dass Aufsicht wirkt. Wie nachhaltig sich die Beratung durch Aufsichtspersonal bei der Betriebsbesichtigung auf den Arbeitsschutz auswirkt, verdeutlicht das Ergebnis der Zweitbesichtigungen: Betriebe, bei denen das Aufsichtspersonal bei der Erstbesichtigung erkennbare Arbeitsschutzmängel festgestellt hatte, bekamen erneut Besuch. Viele Betriebe intensivierten ihr Engagement im Arbeitsschutz daraufhin erheblich, etwa bei der Gefährdungsbeurteilung physischer Belastungen. Die Zahl der Betriebe, die sie angemessen durchführen, verdreifachte sich in der Folge von 18 Prozent bei der Erst- auf 59 Prozent bei der Zweitbesichtigung.

Die Ergebnisse zeigen aber auch auf, wo weiterer Handlungsbedarf besteht. Denn bislang führt nur jeder zweite Betrieb (56 Prozent) die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastungen vollständig durch. Das gilt auch für Unterweisungen und Anleitungen am Arbeitsplatz. Hier bleibt in Zukunft noch viel zu tun. Ab 2020 werden die Bemühungen, arbeitsbedingte Erkrankungen im Muskel-Skelett-Bereich (MSE) zu verringern, fortgesetzt. Dann wird die Verbesserung der Gefährdungsbeurteilung zu Muskel-Skelett-Erkrankungen und zu psychischen Belastungen im Vordergrund stehen.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse im Einzelnen kann unter www.gdabewegt.de heruntergeladen werden. Hier finden sich auch hilfreiche Handlungshilfen, Seminarmodule und Schulungsmaterialien.

[14.1.2019]