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Ex-Arbeitsminister Blüm sieht Handlungsbedarf in der Rentenversicherung

Ex-Arbeitsminister Blüm sieht Handlungsbedarf in der Rentenversicherung

Anlässlich der Feiern zum 125. Geburtstag der Deutschen Rentenversicherung warnte der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm vor wachsenden Akzeptanzproblemen der gesetzlichen Rentenversicherung. «Wenn das Rentenniveau weiter so sinkt wie in den letzten Jahren, dann kommt man in die Nähe der Sozialhilfe», sagte Blüm der «Saarbrücker Zeitung» (Dienstagsausgabe). Das bringe die Rentenversicherung nicht nur um ihren guten Ruf, sondern auch um ihre soziale Sicherungsfunktion. Ein System, aus dem Beitragszahler nicht mehr bekämen als jemand, der keine Beiträge gezahlt habe, «erledigt sich von selbst», sagte der CDU-Politiker.

Blüm sieht das Problem darin, dass der Gesetzgeber sich auf einen Beitragshöchstsatz festgelegt hat: wenn der Beitrag langfristig nicht über 22 Prozent liegen dürfe und das Rentenniveau dadurch zur Variablen geworden sei, seien Lebensstandardsicherung und Armutsfestigkeit nicht mehr zu gewährleisten.

"Wenn es weniger Beitragszahler wegen der demografischen Entwicklung gibt, dann müssen sie eben auch mehr bezahlen. Geschieht das nicht, gibt es keine anständige Rente," so Blüm. Mit seinem Hinweis auf Handlungs- und Korrekturbedarf liegt Blüm nah am Programm der ver.di: Frank Bsirske hatte bereits beim Tag der Selbstverwaltung am 8. Mai 2014 auf die gleichen Gefahren hingewiesen, die nun auch für Blüm den Blick auf die Zukunft der Rentenversicherung verdunkeln.

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