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    Finnische Arbeitsministerin auf Besuch in Deutschland

    Finnische Arbeitsministerin auf Besuch in Deutschland

    Finnische Delegation und ver.di-Vertreter in Berlin ver.di Finnische Delegation und ver.di-Vertreter  – vorne links: Andre Reinholz (ver.di, Referat Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik) und Christoph Meister (ver.di-Bundesvorstand); vorne rechts: Tuula Haatainen (finnische Arbeitsministerin) und Anne Sipiläinen (Botschafterin Finnlands in Deutschland) sowie weitere Mitglieder der finnischen Delegation

    Die finnische Arbeitsministerin Tuula Haatainen hat Berlin besucht und hatte dabei im Rahmen eines Arbeitsessens in der finnischen Residenz auch einen Erfahrungsaustausch mit Vertretern des ver.di-Bundesvorstandes.

    In Finnland sollen im Rahmen einer groß angelegten Reform die Dienstleistungen der öffentlichen Arbeitsverwaltung im Laufe des Jahres 2024 in die Kommunen verlagert werden. Gemäß dem Programm der finnischen Regierung soll die Übertragung der Arbeitsverwaltungen auf die lokale Ebene das Ziel der Regierung fördern, die Beschäftigung zu erhöhen und die Rolle der Gemeinden in den Arbeitsverwaltungen zu stärken.

    Da Deutschland eine ähnlich gelagerte Reform bereits Anfang der 2000er-Jahre (mit allen positiven wie negativen Auswirkungen und Erfahrungen) vollzogen hat, besuchte die finnische Arbeitsministerin Tuula Haatainen mit ihrer Delegation Ende Mai/Anfang Juni 2022 die bundesdeutsche Hauptstadt. Neben Besuchen im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages und einem Treffen mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil stand auch ein Arbeitsessen mit ver.di auf dem Programm der Ministerin. In sehr angenehmer Atmosphäre „über den Dächern“ des Potsdamer Platzes vertraten Christoph Meister (Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes) und Andre Reinholz (Referatsleiter Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik) den Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, die bekanntlich sowohl die Beschäftigten der Arbeitsverwaltung als auch in einer eigenen Personengruppe erwerbslose Kolleg*innen organisiert.

    Wappen der Finnischen Residenz in Berlin ver.di Finnische Botschaft - Wappen

    Im Austausch mit den sehr interessierten Mitgliedern der ministerialen Delegation ging es zunächst um die enormen Herausforderungen unserer Zeit: Die Nachwehen der Corona-Pandemie, die, wie auch Ministerin Haatainen betonte, noch deutlich spürbar sind, der furchtbare Krieg in der Ukraine mit all seinen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und nachgelagert auch auf das Arbeitsmarktgeschehen auf alle Länder der EU. Darüber hinaus ging es auch um die großen transformatorischen Prozesse (Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demographie) und die damit verbundenen Herausforderungen für die Gesellschaften und speziell für die Gewerkschaften.

    Abgerundet wurde der fachliche Austausch mit Gesprächen über die großen organisatorischen und vor allem kulturellen Herausforderungen bei der Schaffung neuer operativer Verwaltungseinheiten und über die zwingend notwendige professionelle Begleitung und tarifpolitische Flankierung einschlägiger Maßnahmen.

    Alle Beteiligten konnten mit sehr positiven Eindrücken aus der Runde gehen, selbstverständlich nicht ohne einen Gegenbesuch (zur Vergewisserung der Reformerfolge) zumindest lose zu verabreden.

    [12.7.2022] 

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