Nachrichten

Qualifizierung in der sozialen Selbstverwaltung

Qualifizierung in der sozialen Selbstverwaltung

Bericht von der Qualifizierungstagung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) 

Zum Beginn eines jeden Jahres lädt die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ihre Mitglieder aus den Widerspruchs- und Rentenausschüssen zu einer zweitägigen Qualifizierung ein. 

Die Themen dieser Tagung werden im Ausschuss der BGW für Rehabilitation vorgeschlagen und festgelegt.

Ein jedes Jahr wiederkehrender Tagungsordnungspunkt ist die aktuelle Rechtsprechung zu Arbeits- und Wegeunfällen, die vom Hauptgeschäftsführer dargestellt wird. Dabei handelt es sich in erster Linie um Urteile des Bundessozialgerichtes.

Des Weiteren werden sachkundige Referenten aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales eingeladen, wie zum Beispiel Prof. Dr. Molkenthin, der in diesem Jahr über die „Verwaltungsleistungen online - auch in der gesetzlichen Unfallversicherung?“ dozierte. Dabei wurden den Teilnehmenden deutlich, wie die Unfallversicherung bereits vom sogenannten E-Government betroffen ist. 

Eine solche Tagung birgt immer die Gefahr, dass die Fachleute der Verwaltung die Mitglieder der Widerspruchs- und Rentenausschüsse mit Informationen überfrachten. Damit die Teilnehmenden die zwei Tage nicht nur zuhören müssen, haben wir seit drei Jahren gegen etliche Widerstände den ersten Nachmittag für Workshops reserviert. Hier wirken die Teilnehmenden aktiv mit. Zum Beispiel werden in Rollenspielen Fälle aus den Ausschüssen nachgestellt, die dann von den Anwesenden in Kleinstgruppen diskutiert werden – mit oftmals sehr spannenden Ergebnissen. 

Dieses Jahr wurden die Workshops in drei Bereiche eingeteilt.

  • Ein medizinischer Workshop, der sich mit Unfallverletzungen der Hand und die für die Begutachtung erforderlichen Untersuchungen beschäftigt hat.
  • Ein versicherungsrechtlicher Workshop, der sich mit der Darstellung der Organisation der Widerspruchsauschuss-Sitzungen seitens der Verwaltung beschäftigt hat. Es wurden auch nicht alltägliche Wegeunfälle aus der Verwaltungspraxis dargestellt.
  • Ein Workshop, der sich mit den Zuständigkeiten der BGW und dem Kreis der versicherten Personen befasst hat. Hier wurden zwei aktuelle Fälle zum Umfang des Versicherungsschutzes im Gesundheitswesen und zur BGW-Zuständigkeit zur Diskussion gestellt. 

Am zweiten Tag gab es ein Referat über die Qualitätssicherung der Durchgangsarztberichte. Es zeigt sich, dass nach den Recherchen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) die D-Arztberichte sehr unterschiedlich ausgefüllt werden und somit nicht immer die Informationen beinhalten, die die Unfallversicherungsträger zur Beurteilung des Sachverhaltes brauchten. 

Ein wichtiges Thema für die BGW sind Versicherte, die sich beruflich mit Hepatitis C infiziert haben. Diese Erkrankung ist mittlerweile heilbar und es wurde über die neuen Therapien für diese Versicherten informiert. In einem zweiten Referat wurde über die Evaluation der Rehabilitation von Versicherten mit chronischer Hepatitis C berichtet. 

Alles in allem war es eine sehr informative Veranstaltung, die die Vielseitigkeit der Unfallversicherung deutlich gemacht und den Mitgliedern der Widerspruchs- und Rentenausschüsse ihre Bedeutung für die Versicherten aufzeigte.

[9.4.2019]