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    Assistierte Ausbildung - Niemand soll zurück bleiben

    Assistierte Ausbildung - Niemand soll zurück bleiben

    Neues Förderinstrument für Jugendliche mit hohem Unterstützungsbedarf nimmt nächste parlamentarische Hürde

    Im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales wurde gestern der Weg frei gemacht für das neue Instrument der Assistierten Ausbildung.

    "Bessere Chancen für die Ausbildung, bessere Chancen für ein selbstbestimmtes Leben, gute Chancen für junge Menschen mit Handicap! Die Politik nimmt die Anregungen des Verwaltungsrats der Bundesagentur für Arbeit auf und stimmt im zuständigen Ausschuss für gesetzliche Rahmenbedingungen zur Gestaltung der Assistierten Ausbildung," freut sich Eva M. Welskop-Deffaa, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für Teilhabepolitik und im Verwaltungsrat der BA als ver.di-Vertreterin engagiert.

    Viele der Jugendlichen, um die es geht, erreichen keinen Schulabschluss oder brechen ihre Ausbildung ab. Mit dem Instrument der "Assistierten Ausbildung" haben diese jungen Menschen die Chance in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes in einen Beruf einzusteigen. Dabei werden sie von fachlich und sozialpädagogisch geschulten Assistenten unterstützt. Diese begleiten Jugendliche in die Betriebe und stehen auch Arbeitgebern als Ansprechpartner zur Seite.

    Die Assistierte Ausbildung wird in einigen Bundesländern bereits erfolgreich in Modellversuchen erprobt. ver.di unterstützt diese Programme; mit dem jetzt erweiterten Instrument wurde erreicht, dass neben lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten jungen Menschen künftig bundesweit auch diejenigen gefördert werden können, die aufgrund besonderer Lebensumstände eine betriebliche Ausbildung nicht beginnen, fortsetzen oder abschließen können. Bund und Länder werden in diesen Fällen das Instrument gemeinsam finanzieren und die Förderkonzepte passgenau aufeinander abstimmen.

    Mit der Assistierten Ausbildung wird ein wichtiges Signal zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gesetzt. Darüber hinaus stärkt die Politik das bewährte Instrument der ausbildungsbegleitenden Hilfen. Künftig erhalten alle jungen Menschen Unterstützung bei der Aufnahme einer Berufsausbildung bis hin zum erfolgreichen Abschluss.

    Mit Assistierter Ausbildung sollen auch betriebliche Berufsausbildungen von jungen Menschen mit Behinderung, die im Rahmen des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung abweichend von den Ausbildungsordnungen für staatlich anerkannte Ausbildungsberufe durchgeführt werden, unterstützt werden (§ 116 Absatz 2). Die Leistungen setzen voraus, dass die Jugendlichen für eine betriebliche Berufsausbildung grundsätzlich geeignet sind, aber auch bei einer betrieblichen Ausbildung wegen ihrer Behinderung oder zur Sicherung des Eingliederungserfolges behindertenspezifischer Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bedürfen. In diesem Fall erhalten Teilnehmende bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen besondere Leistungen, wie zum Beispiel ein Ausbildungsgeld nach § 122.