Die „Wetterlage“ am Arbeitsmarkt im März 2023

11.04.2023

„Und hier noch die Wetteraussichten: Heiter bis wolkig; mal Regen, mal Sonne; nicht zu warm, nicht zu kalt …“ So oder so ähnlich klingt die gängige Einleitung des Wetterberichts, dem mehr oder auch mal weniger verlässlichen Versuch möglichst valide zu prognostizieren, wie das Wetter wird. Meteorolog*innen erstellen ihre Vorhersagen auf Basis verschiedener Indikatoren und unterstützen mit ihren Auswertungen die Entscheidungsfindung in Bezug auf Aktivitäten (Draußen vs. Drinnen) und Auswahl der passenden Bekleidung. Dass dabei eine 100%ige Treffergenauigkeit nicht (immer) gelingt, liegt in der Natur der Sache, da viele Faktoren Einfluss auf die konkrete Wetterlage haben, die insgesamt schwer vorhersehbar sind. 

Einen sehr ähnlichen Ansatz verfolgt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) mit dem „Arbeitsmarktbarometer“.  

 
IAB-Arbeitsmarktbarometer im März 2023

Bereits seit 2008 wurde mit diesem Instrument ein Frühindikator für Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt etabliert, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit (BA) unter allen 156 Arbeitsagenturen in Deutschland basiert. 

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer speist sich aus zwei Komponenten: Der Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate (Komponente A) und der Beschäftigungsentwicklung (Komponente B). Der Mittelwert aus beiden Komponenten bildet den Gesamtwert, der als Frühindikator einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts gibt. Die entsprechende Skala für das „Wetter“ am Arbeitsmarkt reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung). 

Und hier jetzt die (Wetter-)Aussichten für den Arbeitsmarkt im März 2023:

Das Arbeitsmarktbarometer steigt mit 0,3 Punkten zum fünften Mal in Folge und liegt im März bei 103,4 Punkten. Der Frühindikator des IAB liegt damit deutlich über der neutralen Marke von 100 – die prognostizierten Aussichten für die kommenden Monate sind gut. 

Die Beschäftigungskomponente (B) nimmt im März um 0,6 Punkte auf 105,5 Punkte zu. Das zeigt ein deutliches Wachstum der Beschäftigung an. 

Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit (A) bleibt unverändert bei 101,3 Punkten. Damit liegt sie im positiven Bereich, im Vergleich zur Beschäftigung aber deutlich schwächer.  Als Grund dafür gibt das IAB an, dass Zuwanderung – vor allem aus der Ukraine – zwar die Beschäftigung erhöht, zunächst aber auch die Arbeitslosigkeit steigen lässt. Zudem nehmen danach weniger Arbeitslose eine Beschäftigung auf als noch vor Corona, wenngleich die offenen Stellen auf einem Rekordhoch sind. 

Anders als beim Wetter gibt es auf dem Arbeitsmarkt sehr konkrete Einwirkmöglichkeiten. So führt das IAB aus, dass sich aus der aktuellen Vorhersage die Notwendigkeit ableiten lässt, dass weitere arbeitsmarktpolitische Anstrengungen notwendig sind, um die Jobaufnahme von Arbeitslosen zu beschleunigen und einer Verfestigung von Arbeitslosigkeit stärker entgegenzuwirken. 

Zusammengefasst also: Gute Aussichten mit aktuell wenig Wolken. 

Quelle: IAB-Arbeitsmarktbarometer - IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

[11.4.2023]

 

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