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    Rentenanpassung zum 1. Juli 2022

    Rentenanpassung zum 1. Juli 2022

    Auch in Krisenzeiten ist auf die Rente Verlass – gute Steigerung der Renten

    Nach den nun vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Rentenversicherung Bund steht die Rentenanpassung zum 1. Juli 2022 fest: In den alten Bundesländern (aBL) steigt die Rente um 5,35 %, in den neuen Bundesländern (nBL) um 6,12 %. Eine Rente von 1.000 Euro erhöht sich damit in den aBL um 53,50 Euro, in den nBL um 61,20 Euro. Der aktuelle Rentenwert (Ost) steigt damit auf 98,6 % des aktuellen Rentenwerts West (bisher: 97,2 %). Das Rentenniveau beträgt 48,14 %.

    Grundlage ist die gute Lohnentwicklung

    Die relevante Lohnsteigerung basiert auf der vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Lohnentwicklung nach den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR), ohne die sog. Ein-Euro-Jobs und ohne Beamtenbezüge. Die Lohnsteigerungen betragen in den aBL 5,8 Prozent, in den nBL 5,3 Prozent. Darüber hinaus wird die beitragspflichtige Entgeltentwicklung der Versicherten berücksichtigt, die für die Einnahmesituation der gesetzlichen Rentenversicherung entscheidend ist. 

    Grafik Rentenanpassungen 2000 bis 2022 ver.di Rentenanpassungen 2000 bis 2022


    Der aktuelle Rentenwert West steigt damit von 34,19 Euro auf 36,02 Euro; der Rentenwert Ost von 33,47 Euro auf 35,52 Euro.

    Neben der Lohnentwicklung berücksichtigt der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentenbeziehenden zu Beitragszahlenden. Der Nachhaltigkeitsfaktor wirkt sich in diesem Jahr mit +0,76 Prozent positiv bei der Anpassung der Renten berücksichtigt.

    Nachholfaktor

    Im Koalitionsvertrag war vereinbart worden, dass der sogenannte Nachholfaktor wiedereingesetzt wird.

    „Wir werden den sogenannten Nachholfaktor in der Rentenberechnung rechtzeitig vor den Rentenanpassungen ab 2022 wieder aktivieren und im Rahmen der geltenden Haltelinien wirken lassen.“ Zeilen 2410 f.

    Der Nachholfaktor sorgt dafür, dass die nicht vorgenommene Rentenminderung des vergangenen Jahres mit der Rentenerhöhung verrechnet wird und damit die Rentenanpassung der tatsächlichen Lohnentwicklung folgt. Der „Ausgleichsbedarf“ beträgt -1,17 Prozent und wird mit der diesjährigen Rentenanpassung abgebaut.

    Auch wenn die Aktivierung des Nachholfaktors im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist, hätte dies im Hinblick auf die drastische Steigerung der Preise für Lebensmittel und Energie und einer Inflation von geschätzt 5–6 Prozent verschoben werden können. Das hätte vielen Rentnerinnen und Rentnern einen echten und deutlichen Zuwachs gebracht.

    Mit der Rentenanpassung wird auch der statistische Revisionseffekt bereinigt, durch den im vergangenen Jahr die rentenanpassungsrelevante Lohnentwicklung um etwa zwei Prozentpunkte zu gering ausgefallen war, was sich aufgrund der Rentengarantie aber nicht auf die Höhe der Renten ausgewirkt hatte.

    [24.3.2022]