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    Barrierefreiheit für Hörbehinderte

    Barrierefreiheit für Hörbehinderte

    Besprechung am 3.04.2014 zwischen Rolf Erdmann, Werner Hagedorn, Eva M. Welskop-Deffaa und Melanie Martin ver.di Inklusion Hörbehinderter - Bespr mit Rolf Erdmann, Werner Hagedorn, Melanie Martin und Eva Welskop-Deffaa (v.l.n.r.)

    Inklusive Gewerkschaftsarbeit setzt Aufmerksamkeit für die Vielfalt der Beeinträchtigungen voraus 

    Zu einem ausführlichen Austausch trafen sich Bundesvorstandsmitglied Eva Welskop-Deffaa und Melanie Martin, in der ver.di-Bundesverwaltung zuständig für Teilhabepolitik und Schwerbehindertenarbeit, mit Rolf Erdmann und Werner Hagedorn, beide langjährig ver.di-Mitglieder und zugleich aktiv in den Selbsthilfe-Organisationen der Schwerhörigen Deutschlands (Schwerhörigenbund DSB Niedersachsen und Schwerhörigen-Verein München). 

    Rolf Erdmann und Werner Hagedorn räumten in dem Gespräch gründlich mit dem verbreiteten Missverständnis auf, mit dem Angebot eines Gebärdendolmetschers sei Barrierefreiheit automatisch auch für Schwerhörige gewährleistet. Beide zeigten auf, wo in der gewerkschaftlichen Alltagsarbeit Aufmerksamkeit für Menschen mit Behinderung und Verständnis für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen fehlt. Sie machten gleichzeitig deutlich, wie durch einfache Investitionen die Teilhabe von Schwerhörigen umfassend verbessert werden kann. Bei der Sanierung von Tagungshäusern und Veranstaltungsräumen erfordere der Einbau einer Induktionsanlage geringen Aufwand, schaffe aber gravierende Vorteile. Die Einrichtung und Abnahme der Anlage sollte dabei in jedem Fall von Betroffenen begleitet werden.

    Eva Welskop-Deffaa sagte zu, die vielfältigen Anregungen an die entsprechenden Stellen in ver.di weiter zu geben. Sie bekräftigte: Das Engagement von ver.di für die Belange von Menschen mit Behinderung müsse nach innen und außen gleichermaßen verlässlich und sichtbar sein. Den Schwerbehindertenvertretungswahlen 2014 komme dabei eine besondere Bedeutung zu: Inklusion im betrieblichen und berufsschulischen Alltag sei am ehesten dort zu erreichen, wo starke Schwerbehindertenvertretungen, starke Betriebsräte und Jugend- und Auszubildendenvertretungen gut zusammen arbeiten.