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Mutterschutz sorgsam weiterentwickeln

Mutterschutz sorgsam weiterentwickeln

Vorausschauender Arbeits- und Gesundheitsschutz besser als Beschäftigungsverbote

Der Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode kündigt eine Modernisierung des Mutterschutzgesetzes an. Damit nimmt die Bundesregierung Forderungen zu einer geschlechtergerechten Weiterentwicklung des Arbeitsschutzrechtes auf, wie sie von Gewerkschaften und Frauenverbänden in den letzten Jahren wiederholt vorgetragen wurden.  

Viel zu oft werden Beschäftigungsverbote als "Schutz" der Schwangeren eingesetzt, obwohl eine die Bedürfnisse der Schwangeren berücksichtigende Umgestaltung des Arbeitsplatzes möglich wäre. Eine extensive Inanspruchnahme von Arbeitsverboten während der Schwangerschaft und Stillzeit kann dabei zu einer im Lebenslauf nachwirkenden Diskriminierung von Frauen führen. Gleichzeitig sind prekär Beschäftigte, Scheinselbständige und Praktikantinnen durch das  Mutterschutzgesetz nur ungenügend abgesichert. Barbara Reuhl hat im DGB-Infobrief 2/2012 "Frau geht vor" bereits wesentliche Gesichtspunkte für eine Reform des Mutterschutzes zusammengetragen.  

Ver.di wird die Reformvorhaben der Bundesregierung beim Mutterschutz mit Aufmerksamkeit begleiten, denn gerade für unsere Branchen - etwa im Gesundheits- und Pflegesektor - gibt es besonderen Handlungsbedarf für die vielen dort beschäftigten Frauen.