Nachrichten

Arbeitsmarktintegration von Migranten

Arbeitsmarktintegration von Migranten

Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit verlängert das Pilotprojekt „Early Intervention“

Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA) setzt sich für bessere Arbeitsmarktchancen von Menschen mit Migrationshintergrund ein. Denn eine sichere Arbeitsstelle ist eine wichtige Voraussetzung für gelingende Integration. Zusammen mit Partnern wie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sollen deswegen stärkere Impulse bei der Förderung von Sprachkursen, der Anerkennung ausländischer Abschlüsse und der Qualifizierung von ausländischen Arbeitnehmern gesetzt werden.

Laut statistischem Bundesamt hat rund ein Fünftel der in Deutschland lebenden Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Unter den Arbeitslosen ist diese Personengruppe mit etwa 35 Prozent überrepräsentiert. Das höhere Risiko für Migrantinnen und Migranten, erwerbslos zu werden, gilt für alle Bildungsschichten und Altersgruppen, insbesondere auch für junge Menschen unter 25. Von den jungen Migranten sind 20,8 Prozent erwerbslos, während es 14,8 Prozent bei den Menschen ohne Migrationshintergrund sind.

Ein Grund für das höhere Erwerbslosigkeitsrisiko könnte darin liegen, dass ein größerer Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt.

Aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen machen die Notwendigkeit, Menschen mit ausländischen Wurzeln besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren, dringlich: Der sich abzeichnende anhaltend hohe Fachkräftebedarf, die Zuwanderung aus EU-Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit sowie steigende Flüchtlings- und Asylbewerberzahlen sind gesellschaftliche Herausforderungen über die kommenden Jahre hinaus. Dabei müssen, darin waren sich Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter im Verwaltungsrat der BA einig, insbesondere die Chancen für junge Menschen, die in Deutschland eine Zukunft suchen, verbessert werden.

Vorschläge des Verwaltungsrats der BA

Dafür ist eine enge Zusammenarbeit der verschieden Akteure auf diesem Feld nötig. Impulse in diese Richtung setzte der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA), der als Selbstverwaltungsorgan neben Vertretern von Arbeitgebern und öffentlichen Körperschaften zu einem Drittel aus Gewerkschaftsvertretern besteht, in seiner letzten Sitzung.

Er sprach sich dazu unter anderem für die Ausweitung des Pilotprojektes „Early Intervention“ von BA und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aus, das Asylbewerber möglichst früh an den Arbeitsmarkt heranführen möchte. Potenzialanalysen und Sprachförderung stehen im Mittelpunkt des Projektes.

Mittlerweile werden im Rahmen des Pilotprojektes an sieben Standorten mehrere Hundert Teilnehmer und Teilnehmerinnen betreut, gezielt gefördert und beraten. Seit dem 1. September ist Berlin als neuer Standort einbezogen. „Insbesondere für unbegleitete Minderjährige und andere junge Erwachsene muss sehr frühzeitig der Beginn und die Beendigung einer Ausbildung rechtlich abgesichert werden. Asylverfahren dürfen nicht Lebensstillstand bedeuten“, erläutert Eva M. Welskop-Deffaa, für ver.di im Verwaltungsrat der Bundesagentur, die Position der Selbstverwaltung.

Sprachkompetenz spielt generell eine Schlüsselrolle bei der Teilhabe von Migranten und Migrantinnen im Erwerbsleben. Die zur Sprachförderung zur Verfügung stehenden Instrumente sind nach Darstellung des BAMF allerdings in den nächsten Jahren nicht ausreichend und die entsprechenden Programme zukünftig unterfinanziert. Da die Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds, über den bislang berufsbezogene Deutschkurse bezahlt wurden, nicht dauerhaft gesichert sind, werden hier neue Finanzierungskonzepte nötig. In dem Zusammenhang sollten nach Einschätzung der BA-Selbstverwaltung Qualitätsstandards konkretisiert, die Bezahlung der Lehrkräfte verbessert und eine optimale Passgenauigkeit erreicht werden.

Weiterer Handlungsbedarf besteht bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen. Hier bereitet der Zuständigkeitsdschungel den Antragstellern oft unnötige Probleme.

Zur Pressemeldung der Bundesagentur für Arbeit