Nachrichten

Soziale Selbstverwaltung in der Deutschen Rentenversicherung …

Soziale Selbstverwaltung in der Deutschen Rentenversicherung Bund

Die Selbstverwaltung in der Deutschen Rentenversicherung Bund hat viele Facetten – kein Wunder, handelt es sich doch um den größten Träger der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland, der aktuell mehr als 40 % der Versicherten betreut und dafür rund 20.000 Menschen beschäftigt.

Die Aufgaben eines so großen Arbeitgebers sind nach innen wie nach außen große Herausforderungen. Wir als ver.di bringen uns hierbei über die soziale Selbstverwaltung ein und nutzen unsere Handlungsspielräume gleichermaßen zugunsten der Versicherten und der Beschäftigten. Denn für uns als Gewerkschafter*innen sind die Interessen der beiden Gruppen keine Gegensätze, sondern müssen miteinander in Einklang gebracht werden. Nur motivierte Beschäftigte mit guten Arbeitsbedingungen können auch gute Leistungen für die Versicherten erbringen – daher haben wir stets beide Gruppen im Blick und stehen in engem Kontakt mit den zuständigen Beschäftigtenvertretungen.

Dazu ein paar praktische Beispiele aus dem Personalausschuss:

Als amtierende Vorstandsvorsitzende der Selbstverwaltung der DRV Bund habe ich bisher an jeder Personalversammlung in Berlin teilgenommen. Ich habe der Wertschätzung der sozialen Selbstverwaltung für die Arbeit der Beschäftigten Ausdruck verliehen, aber auch zahlreiche Anregungen und Kritikpunkte in die Gremien getragen und den Kolleg*innen dort davon berichtet. Das hat zu einer ganzen Reihe von Maßnahmen geführt, die auf die ver.di-Initiative zurückzuführen sind.

So haben wir die Anzahl der Auszubildenden erheblich gesteigert (einerseits zur mittelfristigen Entlastung der Beschäftigten, andererseits zum Ausgleich der altersbedingten Abgänge), die sachgrundlosen Befristungen von rund 3 % auf 0,5 % in 2020 zurückgefahren und stattdessen vielen der Betroffenen feste Anstellungen, berufliche Qualifizierungen oder andere Perspektiven bieten können. Wir stocken den IT-Bereich gerade um rund 100 neue Stellen auf, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein (weg vom Out-Sourcing hin zum In-Sourcing!). Dafür steht ver.di! Ebenso haben wir die Beschwerden der Beschäftigten zu dauerhaften Überlastungen zum Anlass genommen, von der Verwaltung ein kurzfristiges Lösungskonzept einzufordern – erste Maßnahmen sind bereits in der Umsetzung.

Neben zahlreichen Personaleinzelmaßnahmen – in der Regel Personalauswahl und Einstellungen für die obere Führungsebene – nehmen wir uns vor allem Zeit für grundsätzliche und strukturelle Fragen. Da geht es um die Frage der Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der DRV Bund (hier haben wir wieder ein Aufstiegsprogramm durchsetzen können), um die Qualifizierung von Führungspersonal, um ein gemeinsames Wertebild, aber auch um die langfristigen Perspektiven in Bezug auf Personal- und Technikplanungen und um die wechselseitigen Einflüsse und die Zukunft der eigenen Rehabilitationskliniken. All diese Fragen haben großen Einfluss auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und die Leistungserbringung für die Versicherten. Als Vertreterin von ver.di kann ich hier zum Nutzen aller Einfluss nehmen und tue dies auch mit Nachdruck.

[12.9.2019]