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Aktuelles aus der Selbstverwaltung

Aktuelles aus der Selbstverwaltung

In der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ist ver.di bei allen Trägern in den Selbstverwaltungen gut vertreten. Was heißt das aber konkret und was können sie bewirken?

Wer an die Deutsche Rentenversicherung denkt, hat zumeist Schlagworte wie Rentenniveau, Mütterrente, Erwerbsminderungsrente u. Ä. vor Augen und fragt sich, was davon eigentlich die Selbstverwaltung betrifft. Tatsache ist, dass die Selbstverwalter*innen natürlich nur innerhalb des von der Gesetzgebung vorgegebenen Rahmens handeln können, also z. B. nicht über das Rentenniveau abstimmen. Das ist Sache der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem Parlament. Damit aber z. B. die Berechnung und Auszahlung der Renten oder die Bewilligung von Leistungen zur beruflichen Rehabilitation auch problemlos und zeitnah erfolgen können, müssen die notwendigen Rahmenbedingungen vorhanden sein.

Logo "Selbstverwalter_innen - Wir entscheiden mit!" ver.di

Unter dem Dach der Deutschen Rentenversicherung finden sich verschiedene Träger zusammen: der größte ist die Deutsche Rentenversicherung Bund (vielen eher bekannt als ehem. BfA), mehrere regionale Rententräger (hervorgegangen aus den ehem. LVAs) gehören dazu und last but not least die KBS (Knappschaft Bahn See mit der Minijob-Zentrale). Sie alle haben sowohl eigene Selbstverwaltungsorgane als auch eine gemeinsame Selbstverwaltung, in der übergreifende Themen besprochen und entschieden werden. Alle Gremien der Selbstverwaltung setzen sich je zur Hälfte aus Vertreter*innen der Versicherten wie der Arbeitgeber zusammen.

Mit welchen Themen befassen sich diese Gremien aber nun hauptsächlich?

Zum Beispiel mit einer gemeinsamen IT-Struktur, die einen Datenaustausch zwischen den Trägern ermöglicht, damit bei einem Umzug von einem Bundesland in das andere auch die Informationen zum Rentenkonto automatisch mitziehen können. Dafür sind nicht nur eine einheitliche Software und standardisierte Programme nötig, sondern sinnvollerweise auch gemeinsame Rechenzentren und Sicherungsvorkehrungen. Es geht aber auch um eine automatisierte und damit zumindest in Standardfällen schnellere Bearbeitung von Versichertenanliegen. Über all diese Dinge, die sich sehr bürokratisch anhören, in der Praxis aber große Vorteile für die Versicherten haben, beraten die Selbstverwalter*innen der Träger.

Ein weiteres wichtiges Thema sind die Reha-Kliniken, die von den einzelnen Trägern betrieben werden. Hierbei geht es um Fragen der Behandlungsqualität und der Rehabilitationserfolge, um Wirtschaftlichkeit, Personalgewinnung und Steuerungsmöglichkeiten bei den Indikationen (in Anpassung an veränderte Krankheitsbilder). Der Nutzen für die Versicherten liegt klar auf der Hand: In unseren Kliniken gibt es gute Leistungen für die Rehabilitanden und gute Arbeit bei guter Bezahlung für die Beschäftigten – ein Gewinn für alle Beteiligten!

Die Frage der Personalgewinnung ist unter dem Aspekt des demographischen Wandels ein Dauerbrenner. Wieviel Personal mit welchen Qualifikationen werden wir zukünftig benötigen, wo können wir entsprechende Nachwuchskräfte gewinnen und wie den Wissenstransfer angesichts wachsender altersbedingter Abgänge rechtzeitig und umfassend sicherstellen? Wie müssen wir die eigene Ausbildung den veränderten Anforderungen anpassen? All das bedarf genauer und frühzeitiger Planung.

Dieser kurze Einblick macht deutlich, dass die Selbstverwaltung der Deutschen Rentenversicherung kein Selbstzweck ist, sondern dass die Versicherten einen unmittelbaren Nutzen aus der Arbeit ihrer Vertreter*innen ziehen. Weitere Beispiele für die Arbeit der Selbstverwaltung werden in unregelmäßigen Abständen folgen.