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    Neue Ratgeber zu Covid-19

    Neue Ratgeber zu Covid-19

    ver.di informiert migrantische Beschäftigte über ihre Rechte bei Erkrankung am Arbeitsplatz

    ver.di organisiert viele Branchen mit einem hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund.

    „Viele migrantische Beschäftigte kennen ihre Rechte nicht und sind zu wenig über die Ansprüche als Versicherte informiert. Wenn die Infektion durch die Arbeit erfolgt ist und als Arbeitsunfall anerkannt wird, sind die Versorgungsleistungen durch die Unfallkasse besser als durch die gesetzlichen Krankenkassen“, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Dagmar König.

    Neben zahlreichen anderen Faktoren spielen bei der Durchsetzung ihrer Rechte und Ansprüche häufig auch sprachliche Hürden eine Rolle.

    Corona - Kenne deine Rechte! Flyer in verschiedenen Sprachen ver.di Corona - Kenne deine Rechte!

    ver.di hat nun eine kurze Handlungshilfe in sieben Sprachen (Arabisch, Bosnisch, Bulgarisch, Englisch, Polnisch, Rumänisch und Türkisch) veröffentlicht, die darüber informiert, wie sich Beschäftigte bei einer Covid-19-Erkrankung am Arbeitsplatz verhalten müssen, falls der Arbeitgeber die erforderliche Pflichtmeldung versäumt hat.

    Eine solche Covid-19-Erkrankung am Arbeitsplatz kann einen Versicherungsfall der gesetzlichen Unfallversicherung darstellen. Lohnersatz-, Behandlungs- und Rehabilitationskosten sowie – wenn nötig – Kosten für Umschulungsmaßnahmen oder die Rente (bei Erwerbsminderung oder für die Hinterbliebenen) werden aber nur dann übernommen, wenn die Berufsgenossenschaft oder die Unfallkasse die Erkrankung zuvor als Berufskrankheit bzw. Arbeitsunfall anerkannt haben. Den Weg dahin soll die Handlungshilfe ebnen.

    Mit dem Ratgeberservice trage ver.di der wichtigen Bedeutung von Migrantinnen und Migranten in vielen Branchen und Wirtschaftszweigen Rechnung. „Ohne Migrant*innen funktioniert unsere Gesellschaft nicht, das zeigt auch die Corona-Krise. Unsere Kolleginnen und Kollegen müssen genauso wie alle anderen Beschäftigten vor Infektionen geschützt werden; bei Krankheitsausbrüchen brauchen sie entsprechende Unterstützung durch die Arbeitgeber und die zuständigen Stellen der Sozialversicherung“ unterstreicht König.

    Die Handlungshilfe findet sich hier.

    Noch immer liegen zu wenig Informationen zu den betrieblichen Gefährdungslagen vor. Die neueste Untersuchung der Barmer Krankenversicherung (Berufs- und branchenbezogene Unterschiede im COVID-19-Risiko in Deutschland (aerzteblatt.de), zeigt aber, dass besonders in Branchen, in denen viele Migrant*innen arbeiten, das höchste Krankheitsrisiko in der Corona-Pandemie außerhalb der Wohlfahrts- und Gesundheitsberufe besteht. So ordnet die Untersuchung mehr als Hälfte der Erkrankungsfälle Beschäftigten in von großer Vielfalt geprägten Branchen wie der Leiharbeit und der Post- und Logistikbranche zu. Mit den mehrsprachigen Info-Blättern will ver.di daher besser über die mögliche soziale Absicherung informieren.

    [13.4.21]