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Gute Arbeit im Privathaushalt

Gute Arbeit im Privathaushalt

Auf Initiative von ver.di, NGG und IG BAU hat der 20. DGB-Bundeskongress am Dienstag, 13. Mai 2014, einstimmig beschlossen, guter Arbeit im Privathaushalt besondere Aufmerksamkeit zu schenken: Hausangestellte sind anderen Beschäftigten in der Sozialversicherung mit allen Rechten und Pflichten gleichzustellen, so Beschluss A 011 „Für Gute Arbeit im Privathaushalt“. 

20. DGB-Bundeskongress 2014 DGB DGB-Bundeskongress 2014

Der DGB und seine Einzelgewerkschaften verpflichten sich zu verstärktem Engagement für die im Haushalt Beschäftigten. Lange Zeit befand sich die Arbeitssituation dieser – vorwiegend weiblichen – Beschäftigten im toten Winkel einer Gewerkschaftsarbeit, die sich vorrangig auf die betrieblich gut erreichbaren Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in den klassischen Industriebranchen stützte. In einer modernen Dienstleistungsgesellschaft müssen wir die Anliegen dieser bislang vernachlässigten Beschäftigtengruppen oben auf die gewerkschaftliche Agenda setzen und ihre Arbeitsbedingungen zum Thema machen, so die gemeinsame Überzeugung der Delegierten des „20. Parlaments der Arbeit“ in Berlin.  

Es gehe darum, die qualifizierte Arbeit der Beschäftigten im Privathaushalt durch angemessene Bezahlung anzuerkennen und Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass im breiten Spektrum hauswirtschaftlicher Arbeiten – von der häuslichen Pflege über persönliche Dienstleistungen bis zur Reinigung der privaten Wohnung – durchgängig gute Arbeitsbedingungen gewährleistet werden.

DGB-Bundeskongress 2014 DGB DGB-Bundeskongress 2014

Besondere Aufmerksamkeit schenken die Gewerkschaften in ihrem Beschluss den live-in-Pflegekräften, die als Pendelmigrantinnen im Haushalt der pflegebedürftigen Person leben und rund um die Uhr für deren Betreuung im Einsatz sind. Diese besonders vulnerable Gruppe der Beschäftigten im Privathaushalt ist in Deutschland vom Schutzumfang der ILO-Konvention C 189 vorläufig ausgenommen. Die Gewerkschaften werden den ersten Staatenbericht Deutschlands zur ILO-Konvention sehr genau daraufhin prüfen, welche Schritte unternommen werden, um diese Exklusion zu überwinden. 

„Der Bedarf an haushaltsnahen Dienstleistungen steigt seit geraumer Zeit, gerade in Europa unter den Vorzeichen einer Gesellschaft des langen Lebens,“ so Eva M. Welskop-Deffaa, ver.di-Bundesvorstandsmitglied, die für ver.di den gemeinsamen Antrag eingebracht hat. „Im Rahmen der Demographiestrategie der Bundesregierung sind Ideen für die Förderung häuslicher und haushaltsnaher Dienstleistungen entwickelt worden. Wir erwarten, dass diese Ideen die Arbeitssituation der im Haushalt Beschäftigten nachhaltig verbessern und dass bei ihrer Umsetzung gute Arbeitsbedingungen vorrangig im Fokus stehen. Eine moderne Care-Ökonomie darf keine neuen Billiglohn-Arbeitsplätze schaffen, sondern sie muss die gesellschaftliche Bedeutung der personennahen Dienstleistungen im Privathaushalt umfassend anerkennen.“

zum Antrag A 011 "Für Gute Arbeit im Privathaushalt"