Nachrichten

    ElterngeldPlus im Kabinett

    ElterngeldPlus im Kabinett

    Weiterentwicklung geschlechtersensibler Lebenslaufpolitik – "WM-Schwangerschaften" leider nicht einbezogen

    Das Bundeskabinett hat das Gesetz zur Einführung eines ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit beschlossen. Arbeiten Mutter oder Vater nach der Geburt eines Kindes Teilzeit, können sie künftig länger Elterngeld beziehen. Das ElterngeldPlus honoriert aktiv die partnerschaftliche Teilung von Erwerbs- und Fürsorgearbeit. 

    Neben dem Elterngeld wird mit dem Gesetz auch die Elternzeit flexibler. Die größere Flexibilität soll es Eltern besser ermöglichen, Auszeiten für ihr Kind und die Familie zu nehmen – und dann leichter beruflich wieder einzusteigen. Diese Neuregelungen sollen im Sommer nächsten Jahres (zum 1. Juli 2015) in Kraft treten. 

    Das Elterngeld wird bisher für maximal 14 Monate nach der Geburt des Kindes gezahlt. Steigen Mütter oder Väter schon währenddessen in Teilzeit beruflich wieder ein, verlieren sie einen Teil ihres Elterngeldanspruches.
    Das ändert sich mit dem ElterngeldPlus: Künftig ist es für Eltern die in Teilzeit arbeiten möglich, das ElterngeldPlus doppelt so lange zu erhalten. Ein Elterngeldmonat wird zu zwei ElterngeldPlus-Monaten.
    Ergänzend gibt es einen Partnerschaftsbonus: Teilen sich Vater und Mutter die Betreuung ihres Kindes und arbeiten parallel für mindestens vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden, erhalten sie jeweils zusätzlich für vier Monate ElterngeldPlus. 

    Gut 60 Prozent der Mütter und Väter wünschen sich, dass beide Partner in gleichem Umfang arbeiten und sich partnerschaftlich um Haushalt und Familie kümmern – aber nur 14 Prozent schaffen dies auch tatsächlich. Meist beginnt mit der Geburt eines Kindes die schleichende Rückkehr zu traditionellen Rollenmustern – mit erheblichen Risiken für die Stabilität der Paarbeziehungen und die ökonomische Absicherung der Familie. 

    Mit dem ElterngeldPlus wird auch die Elternzeit deutlich flexibler. Wie bisher können Eltern bis zum 3. Geburtstag eines Kindes unbezahlte Auszeit vom Job nehmen. Künftig können 24 Monate statt bisher 12 zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes genommen werden. Eine Zustimmung des Arbeitgebers wird dafür nicht mehr notwendig sein. 

    "Das ElterngeldPlus stärkt das Recht auf eine eigenständige Erwerbsbiografie und folgt wesentlichen Empfehlungen einer aktiven Lebenslaufpolitik: in einer weichenstellenden Übergangsphase im Leben junger Eltern stärkt es die gleichberechtigten Teilhabechancen und befreit aus Entscheidungszwängen mit langdauernden Nachwirkungen," lobt Eva Welskop-Deffaa, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für Arbeitsmarktpolitik. "Wünschenswert wäre allerdings ein In-Kraft-treten des Gesetzes zum 1.1.2015 – damit auch "WM-Schwangerschaften" noch von der Neuregelung profitieren."