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Welttag für "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit"

Welttag für "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit"

Heute - am 28. April - ist der Welttag für „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“. Er ist initiiert von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf, um die Arbeitsbedingungen und deren Risiken auf die Gesundheit der Beschäftigten in Blick zu rücken. 

Der technische Arbeitsschutz hat ein hohes Niveau in Deutschland. Die Arbeitsunfälle in Deutschland haben sich seit der Wiedervereinigung halbiert. Die Selbstverwaltung in der Unfallversicherung hat die „Vision Zero“ beschlossen, um dieses Unfallgeschehen auch weiterhin wirksam zu bekämpfen und zu reduzieren. Für die Gewerkschaftsvertreter und -vertreterinnen in der Selbstverwaltung der Unfallversicherung ist dies ein herausragendes Anliegen. 

Das Berufskrankheitengeschehen ist allerdings in den letzten 10 Jahren nahezu konstant geblieben. Hier wird deutlich, dass die immer noch vernachlässigte Durchführung der Gefährdungsbeurteilungen in den Betrieben dazu führt, dass chronische Erkrankungen nicht entschlossen genug entgegen gewirkt wird.

Dieses gilt insbesondere für arbeitsbedingte Erkrankungen wie Rückenerkrankungen und psychischen Gefährdungen. Ein Großteil der AU-Tage und der Frühverrentungen ist auf diese Gesundheitsprobleme zurückzuführen. 

Das gesetzliche Instrument der Gefährdungsbeurteilung ist deshalb schärfer durchzusetzen, zu kontrollieren, und offensichtliche Mängel sind zu sanktionieren.

ver.di fordert hierfür eine deutliche Aufstockung der Aufsichtsdienste der Länder und der Unfallversicherung. Zudem ist das Feld der psychischen Gefährdungen im Vorschriften- und Regelwerk so zu verankern und auszuweiten, dass der Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse in Technischen Regeln und Regeln der Unfallversicherung konkretisiert werden kann. Eine verpflichtende Beteiligung der betrieblichen Interessenvertretung bei der Gefährdungsbeurteilung muss eingeführt werden, damit wirksame Maßnahmen aus der Beurteilung folgen und diese auch auf deren Wirksamkeit hin überprüft werden. 

Letztlich ist auch das Berufskrankheitenrecht auf psychische Erkrankungen bei besonders exponierten Berufen auszuweiten. Zu nennen sind hier vor allem auch die Gesundheits- und Erziehungsberufe sowie soziale Dienste, die überdurchschnittlich oft von psychischen Erkrankungen betroffen sind. 

Der heutige Aktionstag sollte also den Blick auf das richten, was in den nächsten Jahren zu tun ist, und was ver.di von der Bundesregierung erwartet, um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten so zu schützen, dass der Rentenzugang gesund erreicht werden kann.