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Gute Arbeit im Privathaushalt

Gute Arbeit im Privathaushalt

„Gute Arbeit im Privathaushalt“ war das Thema des Vortrags von Bundesvorstandsmitglied Eva M. Welskop-Deffaa auf der Bezirksfrauenkonferenz Mittelfranken in Nürnberg am 22. November 2014. Gemeinsam mit den ver.di-Frauen aus Nürnberg und Franken ging es Eva Welskop-Deffaa darum, die prekäre Situation der Beschäftigten im Privathaushalt sichtbar zu machen und den gewerkschaftlichen Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Bezirksfrauenkonferenz Mittelfranken am 22.10.2014 ver.di Bezirksfrauenkonferenz Mittelfranken am 22.10.2014

Schon heute fragen 2,6 Millionen Haushalte in Deutschland haushaltsnahe Dienstleistungen nach – Tendenz steigend. In einer Gesellschaft des langen Lebens, in einer Zeit, in der Frauen und Männer in Paarhaushalten gleichermaßen erwerbstätig sein wollen, steigt der Bedarf an professioneller Unterstützung bei der Erledigung der Hausarbeit – von der Pflege über die Reinigung bis zur Gartenarbeit.

„Am 1. September ist die ILO-Konvention 189 in Kraft getreten, die weltweit menschenwürdige Arbeitsbedingungen im Privathaushalt einfordert. Mit der Ratifizierung hat Deutschland sich verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um die Förderung und den wirksamen Schutz der Menschenrechte aller Hausangestellten sicherzustellen. Auch wenn die Rechtssituation in Deutschland schon in vieler Hinsicht den Anforderungen des Abkommens entspricht, sind Verbesserungsnotwendigkeiten doch unübersehbar – besonders für die (ausländischen) live-in-Pflegekräfte, die im Haushalt der älteren Menschen leben und die sich rund um die Uhr um diese kümmern,“ betonte Eva Welskop-Deffaa.

Die ILO-Konvention stellt klar, dass Hausangestellte bereits vor der Einreise zur Aufnahme einer hauswirtschaftlichen Arbeit einen verbindlichen schriftlichen Arbeitsvertrag erhalten sollen, der die wesentlichen Arbeitsbedingungen enthält. Artikel 9 der Konvention regelt, dass es für die Hausangestellten frei verhandelbar sein muss, ob sie mit ihrem Arbeitgeber im Haushalt leben wollen und falls ja, sollten sie nicht verpflichtet sein, während der täglichen und wöchentlichen Ruhezeiten oder des Jahresurlaubs im Haushalt zu bleiben.

Hier lohnt es sich unbedingt, die Anforderungen der Konvention mit den Realitäten in Deutschland gründlich zu vergleichen!

Ein Riesenproblem bleibt darüber hinaus die Gestaltung der Arbeitsverhältnisse im Privathaushalt, die ganz überwiegend als Minijob erfolgt. „Wir müssen Alternativen zum Minijob im Privathaushalt gestalten und die Abgabenprivilegierung der Minijobs beseitigen. In Deutschland muss das Anmeldeverfahren zur Sozialversicherung für Beschäftigte im Privathaushalt oberhalb geringfügiger Beschäftigung entbürokratisiert werden und wir brauchen umfassende Beratungs- und Unterstützungskonzepte, die den Beschäftigten im Privathaushalt bei der Durchsetzung ihrer Rechte wirksam helfen,“ so das Fazit, das Eva Welskop-Deffaa zog.

Der von ver.di mit initiierte Antrag des DGB-Bundeskongresses A011, der diese Forderungen unterstützt, ist abrufbar unter http://bundeskongress.dgb.de/++co++9981f15e-cebd-11e3-a119-52540023ef1a.

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