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    ver.di fordert von der Bundesregierung mehr humanitären Einsatz für Geflüchtete

    ver.di Vorsitzender und aktive Kolleg*innen fordern von der Bundesregierung, mehr Geflüchtete aus Griechenland aufzunehmen ver.di #LeaveNoOneBehind

    ver.di Vorsitzender und aktive Kolleg*innen fordern von der Bundesregierung mehr humanitären Einsatz für Geflüchtete

    „Geflüchtete aus den Lagern evakuieren – wir haben Platz“ oder „Für ein Europa der Solidarität, jetzt und nach Corona!“ lauteten die Slogans auf den Schildern der Kolleg*innen. Aktive des ver.di Bundesmigrationsausschuss (https://ogy.de/82l0) haben so das diesjährige gewerkschaftliche 1.-Mai-Motto („Solidarisch ist man nicht alleine“) mit der Forderung nach einer menschenwürdigen Unterbringung der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln verknüpft. Digital, mit Selfies im Netz auf der ver.di Migration facebook-Seite, wie es in Corona-Zeiten anders leider kaum möglich ist.

    ver.di Vorsitzender und aktive Kolleg*innen fordern von der Bundesregierung, mehr Geflüchtete aus Griechenland aufzunehmen ver.di #LeaveNoOneBehind

    Abstand halten unmöglich

    Denn in den Flüchtlingslagern auf den Inseln leben derzeit ca. 40.000 Menschen in Lagern, die in keiner Weise für solche Größenordnungen ausgelegt sind – so hat beispielsweise das Lager Moria auf Lesbos eigentlich eine Kapazität von weniger als 3.000 Personen, ist aber mit 20.000 Menschen belegt. Die Flüchtlinge dürfen die Inseln nicht verlassen. Mit der Verbreitung der Corona-Pandemie werden diese Zustände noch unerträglicher. Die sanitären Anlagen in den Lagern sind unzureichend, es mangelt an Toiletten, Duschen, Waschgelegenheiten, Wasser und Seife. Desinfektionsmittel und Schutzmasken fehlen größtenteils ganz. Ausreichend Abstand zu halten, ist nahezu unmöglich.

    ver.di Vorsitzender und aktive Kolleg*innen fordern von der Bundesregierung, mehr Geflüchtete aus Griechenland aufzunehmen ver.di #LeaveNoOneBehind

    Viele gesellschaftliche Initiativen machen seit Monaten unter dem Slogan #LeaveNoOneBehind („Lass keinen zurück“) auf die Situation aufmerksam und setzen sich für die Evakuierung der Lager ein.

    ver.di Vorsitzender: Deutschland muss mehr als 47 Kinder aufzunehmen

    Die Bundesregierung hatte sich am 8. März im Koalitionsausschuss darauf geeinigt, 1.000 bis 1.500 Kindern aus den griechischen Lagern aufnehmen. Seitdem sind 47 geflüchtete Kinder und Jugendliche aus Griechenland in Deutschland angekommen. Recherchen der ARD und Report Mainz belegen, dass es sich dabei in einigen Fällen um geplante Familienzusammenführungen mit in Deutschland lebenden Verwandten handelte und kranke, besonders gefährdete Kinder nicht darunter waren.

    ver.di Vorsitzender und aktive Kolleg*innen fordern von der Bundesregierung, mehr Geflüchtete aus Griechenland aufzunehmen ver.di #LeaveNoOneBehind

    Auch der ver.di Vorsitzende Frank Werneke forderte die Bundesregierung auf, nicht unter ihren Möglichkeiten zu bleiben. „Die Aufnahme der 47 geflüchteten Kinder und Jugendlichen war richtig und wichtig. Aber sie ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein und kann ganz klar nur ein Anfang sein. Die Zustände so zu belassen und die Menschen dort festzuhalten, ist nicht nur aus humanitären Gründen keine Lösung, sondern würde auch unkontrollierbare Situationen provozieren“, so Werneke weiter.

    Der ver.di Vorsitzende bezeichnet es als ermutigend, dass zahlreiche Kommunen in der Bundesrepublik Kapazitäten und Aufnahmebereitschaft signalisiert haben. Die Bundesregierung müsse nun rasch dazu beitragen, dass diese Bereitschaft auch in die Tat umgesetzt werde.


    Mehr Informationen:

    [12.5.2020]

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