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Frauenmärz 2021

Frauenmärz 2021

Mehr Gewerkschaft, mehr Gleichstellung. Mehr denn je!

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist in unserer Verfassung festgeschrieben und mit dem Auftrag an den Staat verbunden, darauf aktiv hinzuwirken.

Soweit die Theorie – die Praxis sieht noch immer anders aus.

Besonders deutlich wird das in Deutschland im Frauenmärz 2021: Weltweit wird am 8. März der Internationale Frauentag – und damit die Gleichberechtigung der Frauen – gefeiert. Der ebenfalls global begangene Equal Pay Day, der über Lohngerechtigkeit Auskunft gibt, fällt in Deutschland dieses Jahr auf den 10. März. Damit wird gezeigt, dass Frauen bis zu diesem Tag arbeiten müssten, um den gleichen durchschnittlichen Jahreslohn wie ihre männlichen Kollegen zu erreichen. Je dichter der Tag am Ende des vergangenen Jahres liegt, desto geringer ist die Lohnlücke. Zwar hat sich die in Deutschland in den letzten Jahren etwas verkleinert, im europaweiten Vergleich liegen wir aber nach wie vor im hinteren Bereich. Damit sich hier endlich schneller etwas ändert, brauchen wir starke Gewerkschaften!

Game-Changer-Kampagne, Mach dich stark für equal pay! BPW Equal Pay Day

Was wollen wir:

  • Existenzsichernde Einkommen und eine Aufwertung frauendominierter Berufe.
  • Arbeitszeiten, die Frauen und Männern im Lebensverlauf die gleichen Chancen eröffnen, erwerbstätig zu sein und Verantwortung für Sorge- und Hausarbeit zu übernehmen.
  • Bedarfsgerechte, verlässliche und qualitativ gute Kinderbetreuungsangebote, die Basis für eine Erwerbstätigkeit sind.
  • Eine auskömmliche Altersrente, die gesamtgesellschaftliche Leistungen wie Sorgearbeit auch angemessen berücksichtigt.
  • Mehr Frauen in Führungspositionen in allen Bereichen – denn Frauen haben eine andere Sicht der Dinge. Je umfassender die Betrachtung eines Sachverhaltes ist, desto besser können Entscheidungen getroffen werden.

Die Liste ließe sich beliebig erweitern, weil die Benachteiligungen noch immer vielfältig sind.
 
Vor allem aber geht es darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass

  • Gleichstellung mehr ist als Gleichberechtigung,
  • soziale Gerechtigkeit ohne Geschlechtergerechtigkeit nicht geht,
  • eine Welt, in der Frauen und Männer sich in gleichem Maße einbringen können, für alle Menschen von Vorteil ist. 

Darum ist es so wichtig, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen und diesen Prozess aktiv und nachdrücklich voranzutreiben. In der Pandemie haben wir erleben müssen, wie vieles von dem Erreichten plötzlich wieder infrage gestellt wurde.

Frauen waren plötzlich wieder für Kinderbetreuung zu Hause und das Homeschooling verantwortlich – selbst dann, wenn sie erwerbstätig waren. Frauen im Homeoffice wurden für die Unternehmen weitgehend unsichtbar – eine schwere Bürde für das berufliche Fortkommen. Frauen haben als Beschäftigte in vielen Bereichen während der Pandemie unseren Alltag erleichtert – dafür bekamen sie Applaus, nicht aber angemessene Löhne (und daraus folgend später Renten).

Es gibt also noch viel zu tun – wir werden uns nicht mit einem Dank abspeisen lassen, sondern gerechte Teilhabe in allen Bereichen einfordern!

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B U C H E M P F E H L U N G E N  zum Frauentag

Bestellungen nimmt der buchladen im ver.di-Haus Rat.geber GmbH  unter derbuchladen@ratgeber-gmbh.de gerne entgegen. 

Rosa und Hannah: Das Blatt wenden (Joke J. Hermsen)
Druckfrisch! Ein Blick in die Gedankenwelten der streitbaren Denkerinnen Rosa Luxemburg und Hannah Arendt, ergänzt um Briefe von Rosa Luxemburg, im schönen roten Leineneinband der Salto-Reihe.

Wagenbach-Verlag, 144 S., 18,00 Euro
ISBN 978-3-8031-1358-0

Kim Jiyoung, geboren 1982 (Cho Nam-Joo)
Ein nüchterner und trotzdem fesselnder Roman mit großem Nachhall über die alltägliche Diskriminierung von Frauen in Südkorea … und überall auf der Welt.

Kiwi, 207 S., 18,00 Euro
ISBN 978-3-462-05328-9

Ein anderer Blick (EMMA)
Feministischer Comic gegen die Zumutungen des Alltags. Präzise beobachtet, schlicht gezeichnet und beeindruckend auf den Punkt gebracht!

Unrast Verlag, 224. S., 19,80 Euro
ISBN 978-3-39771-330-7

Unsichtbare Frauen - wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert (Caroline Criado-Perez)
Ein Meisterwerk der Recherche über die männergemachte Welt und ein kraftvolles Plädoyer für Veränderung.

Goldmann, 494 S., 15,00 Euro
ISBN 978-3-442-71887-0

Der Frauenatlas (Joni Saeger)
Aktuelles Wissen zu Ungleichheit und den Lebensbedingungen weltweit, mit 164 Infografiken und Karten.

Hanser, 208 S., 22,00 Euro
ISBN 978-3-446-26829-6

Mädchen, Frau etc. (Bernardine Evaristo)
Mit dem renommierten Booker-Preis ausgezeichneter Roman, der die Lebenswege von 12 ganz unterschiedlichen Frauen mit afrikanischen Wurzeln in Großbritannien zu einem kunstvollen und vielstimmigen Panorama verwebt. Eine spärliche Interpunktion und häufige Zeilenumbrüche sorgen für einen besonderen, lyrisch anmutenden Sog.

Tropen Verlag, Klett Cotta 308 S., 25 Euro
ISBN 978-3-608-50484-2