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Prävention vor Rehabilitation

Prävention vor Rehabilitation

Selbstverwaltertagung für die gesetzliche Unfallversicherung setzt Akzente

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„Prävention vor Rehabilitation vor Entschädigung – Erfahrungen und Ausblick nach 130 Jahren gesetzlicher Unfallversicherung“ – das war das Thema der ver.di-Tagung für die Selbstverwaltung der gesetzlichen Unfallversicherung, die im Mai 2015 zum 13. Mal stattfand. Anlässlich des Jubiläums ging es um strategische ebenso wie aktuelle Fragen der Prävention, Rehabilitation und Entschädigung bei Arbeits- und Wegeunfällen, bei Berufskrankheiten sowie um die Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen. Hochkarätige Referentinnen und Referenten gaben mit ihren Fachvorträgen eine Grundlage für Diskussionen der Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter im Vorfeld anstehender Beschlüsse in ihren Gremien. Die Dokumentation der Tagung ist jetzt online verfügbar.

Zwei Themenblöcke standen bei der diesjährigen Tagungim Mittelpunkt: Zum einen drehten sich die Diskussionen um das sogenannte Klinikgesamtkonzept, also die Optimierung der medizinischen Versorgung und Rehabilitation nach Arbeitsunfällen und bei Berufserkrankungen. Dabei geht es vor allem um die Bildung einer selbstverwalteten Klinikholding aller Einrichtungen mit mehr als 12.000 Beschäftigten – mit all den damit verbundenen erforderlichen Entscheidungen.

Zum anderen ging es um die Umsetzung und Ausgestaltung der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), hier insbesondere um das Teilprogramm zur Prävention und Reduzierung von Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE). ver.di hat sich in einer Kooperationsvereinbarung mit der GDA zum Ziel gesetzt, die Reduzierung von Muskel-Skelett-Erkrankungen aktiv zu unterstützen – als wichtige Aufgabe in der Selbstverwaltung der Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungen ebenso wie im gewerkschaftlichen Engagement für einen modernen Arbeitsschutz.

Dr. Horst Riesenberg-Mordeja, Referent für Arbeitsschutz und Unfallversicherung in der ver.di-Bundesverwaltung, führte in seiner Begrüßung aus, dass die Unfallversicherung nur wenige Tage nach der Tagung ihren 130sten Geburtstag feiert.  Von daher passt es auch sehr gut, dass die Tagung in der neu gebauten Zentrale der DGUV stattfindet. Diese ist nicht nur mit dem neuesten Stand der Technik ausgestattet, sondern auch barrierefrei konzipiert, und beinhaltet somit in ihrer Planung und Ausführung ein Stück Zukunft.

Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wagte einen Blick in die Zukunft, genauer in das Jahr 2050. Vision Zero – wird es noch tödliche Unfälle geben? Bedarf es einer tiefgreifenden Reform des Leistungsrechts? Bringt die Digitalisierung das Ende der Arbeit? Oder überwiegen die Ich-AGs? Kommt die Bedrohung für die Unfallversicherung aus der internationalen Politik, Stichwort TTIP? Die Antworten sind nachzulesen in seinem Vortrag: „Vision Zero ist machbar –Was wird dann aus der Heilbehandlung und Reha?“
[PRÄSENTATION]

Reinhard Nieper, Geschäftsführer des Klinikverbundes der gesetzlichen Unfallversicherung (KUV), beschrieb die Prinzipien des Klinikverbundes - Sozialpartnerschaft, Gemeinnützigkeit, integrative Versorgung und Behandlung mit allen geeigneten Mitteln. Durch eine Konzerngründung der derzeit 12 autonomen Klinikträger der Unfallversicherung sollen diese Prinzipien einheitlich vorangebracht werden. Informationen zur Ausgestaltung der Rechtsform des Klinikkonzerns als gemeinnützige GmbH und  zu den erforderlichen Umsetzungsschritten sind in seinem Vortrag und der Präsentation detailliert dargestellt: „Sachstand im KUV zu Klinikgesamtkonzept und Klinikfinanzierung“
[PRÄSENTATION]

[Die konkreten Beschlüsse sind in der Mitgliederversammlung von DGUV und KUV am 11.6.2015 gefasst worden]

Dr. Jana May-Schmidt, vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Referat III b 2 – Grundsatzfragen des Arbeitsschutzes, gab einen Überblick über die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA), den sie als dauerhaften Prozess charakterisierte. Abgestimmte Beratung und Überwachung der Betriebe sind nachhaltige Zukunftsaufgaben; mit den drei laufenden Arbeitsprogrammen zur Organisation des Arbeitsschutzes, zur Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) und zu psychischen Belastungen (PSYCHE) setzt die GDA Gegenwartsakzente. Letzteres ist detaillierter ausgeführt und im Vortrag nachzulesen: „GDA 2015 – Stand und Perspektiven“
[PRÄSENTATION]

Jutta Lamers, Leiterin des Arbeitsprogramms MSE der GDA, stellte das Arbeitsprogramm MSE in seiner Bedeutung und Ausgestaltung detailliert vor. Rund 2000 anerkannte Berufskrankheiten pro Jahr, 10 Prozent der Frühverrentungen und 21,8 Prozent der AU-Tage zeigen die hohe Relevanz von MSE. Die Kooperation mit ver.di und die Planungen und Zielsetzungen des Arbeitsprogramms sowie der Internetauftritt unter www.gdabewegt.de sind in dem Vortrag ausführlich erläutert: „GDA-Arbeitsprogramm MSE – Ziele und  Kooperationen“
[PRÄSENTATION]

Eva M. Welskop-Deffaa, im ver.di-Bundesvorstand  zuständig für Sozialpolitik und Arbeitsschutz, referierte über die Bedeutung der Selbstverwaltung der Unfallversicherungen für eine erfolgreiche Präventionsarbeit. „Wir wollen die Selbstverwaltung stärken“ – das haben die Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag versprochen. ver.di fordert die Einlösung dieser Ankündigung und tritt für eine Revitalisierung der Selbstverwaltung ein, die den Sachverstand der Gewerkschaften umfassend nutzt. Gewerkschaften vertreten die Versicherteninteressen in ihrer ganzen Vielfalt und aus der Kenntnis der betrieblichen Wirklichkeiten. Die Dokumentation der Tagung enthält auch ihren Vortrag: „Prävention als Anliegen der Selbstverwaltung – Revitalisierung und Responsivität“
[PRÄSENTATION]

 

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